Sonntag, 28. Juni 2015

Volksbegeheren EU Austritt

In Österreich gibt es ja gerade ein Volksbegehren zum EU Austritt: http://www.volksbegehren-eu-austritt.at/

An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich damals auf jeden Fall für den Beitritt gestimmt hätte wenn ich wählen hätte dürfen :D Die EU als Gemeinschaft von Staaten die nie wieder Krieg führen wollen, gemeinsam als Wirtschaftsraum auftreten, keine Grenzen mehr haben, Freiheit der Bürger wo auch immer in der Union zu leben und zu arbeiten oder zu studieren, usw. ist eine geniale Idee die ich definitiv unterstütze.

Als ich von dem Volksbegehren gehört habe habe ich mir mal angesehen was deren Begründung ist. Das ist mal grob gesagt Polemik und "bäh ich will zurück, früher war alles besser" Gefasel. TTIP und CETA sind Dinge wo ich mit denen übereinstimme aber solche Abkommen würde wohl auch Österreich verhandeln ohne die EU - denen kann ich aber mehr Feuer unterm Arsch machen.

Nachdem ich das gelesen habe war für mich klar, dass ich das nicht unterschreiben will weil ich deren Begründung einfach absolut nicht mittragen möchte. In den letzten Tagen sind aber wieder mal einige Dinge passiert und ich werde das wohl doch unterschreiben gehen. Dieser Post ist mein Versuch das zu begründen.
Ich habe jetzt schon die Medienberichte vor Augen warum denn xxx Leute da unterschrieben haben - ich bin sehr sicher, dass die Deckung mit meiner Begründung nahe an 0 sein wird und genau darum will ich hier meine Gründe etwas ausführlicher ausdrücken.


Aktuellster Anlass: Griechenland
Seit der Bankenkrise, dann schön umgedeutet als Schuldenkrise von denen die das Desaster verursacht haben, sind sie pleite. Damals wurden alle Kriterien für den Euro über den Haufen geworfen und die restlichen EU Staaten haben die Haftungen übernommen. Das ist gerade massiv verkürzt aber der Post wird auch so lange genug.

Warum wurden die Haftungen übernommen? Wieder grob vereinfacht weil Griechenland (und Spanien, und Portugal,..) sonst pleite gegangen wäre. Damit hätten die Banken die den Staaten das Geld geborgt haben und damit reichlich Geld verdient haben an den Zinsen, die ja eben auch das Risiko beinhalten, das nicht abschreiben müssen. Wäre das damals passiert hätten einige große Banken wohl ernsthafte Probleme bekommen, allen voran die Deutsche Bank die eine der weltgrößten Investmentbanken ist. Wenn die das damals abschreiben hätten müssen, dann wären wohl einige große Banken mit pleite gegangen was sicher nicht gerade lustig gewesen wäre.

Statt die Banken aber die Suppe auslöffeln zu lassen die sie sich selber eingebrockt haben, wurden alle Vertragsvereinbarungen zum Euro aufgelöst und defakto der größte Teil der Schulden "verstaatlicht". Verstaatlicht ist wieder nicht richtig denn die EZB die das einfach hätte tun können darf das nicht, sie darf keine Kredite an Staaten geben sondern muss diese über Banken verteilen. Die Banken holen sich das Geld bei der EZB, die Staaten haften dafür und die Banken streifen die Zinsen dafür ein. Das hat Deutschland zb. auch direkt gemacht mit dem 10 Mrd € Kredit den sie ziemlich am Anfang Griechenland gegeben haben. Deutschland hatte das Geld natürlich auch nicht sondern hat es selber aus Krediten genommen aber eben zum deutschen Zinssatz von <2% und von Griechenland ~4% verlangt. Super Geschäft denn das sind reale Einnahmen und, wieder vereinfacht, zahlt Griechenland heute in den deutschen Bundeshaushalt ein. Kann man ja grundsätzlich machen aber das sind schon Dinge die einem bewusst sein sollten wenn man über Griechenlands Schulden spricht.

Ok Griechenland wurde "gerettet" was ja durchaus Sinn macht wenn man die EU als Gemeinschaft versteht die eben auch füreinander einsteht. Griechenland wurden dafür massive Auflagen gegeben - Auflagen sind notwendig die Frage ist viel mehr welche. Eine sinnvolle ist sicher das Steuersystem zu reformieren. Griechenlands Steuersystem war unter aller Sau und hat nie dafür gesorgt, dass die Leute auch real Steuern zahlen. Defakto wurde der Staat bestohlen und das wurde vom Staat geduldet was auf Korruption und Vetternwirtschaft zurückzuführen war.

Die damalige Regierung hat dann locker lässig jedes Programm abgenickt ohne wirklich etwas an den Umständen zu ändern. Als Folge sind heute 50% der Griechen nicht mehr krankenversichert, die Pensionen sind um 30% gefallen, 25% sind arbeitslos und bei der Jugend sind es noch mehr. Die Wirtschaft liegt am Boden und ist seit Beginn der Krise in einer Rezession. Alle Auflagen der Troika haben daran nichts geändert. Warum? Weil eine schrumpfende Wirtschaft einfach nicht genug Staatseinnahmen generieren kann. Bei einer Rezession erreicht man irgendwann den Boden wo es fast nicht mehr weiter nach unten gehen kann. Dieses Abflachen wurde uns als Verbesserung verkauft aber wenn die Auflagen geholfen hätten dann müsste Griechenland heute ein Wirtschaftswachstum weit über dem EU Schnitt haben da sie ja von viel weiter unten wieder hoch kommen müssen. Dem ist nicht so.

Die Griechen haben dann die Parteien die das alles verursacht haben abgewählt und Syriza das Mandat gegeben. Das hat von vornherein der Rest-EU nicht gepasst da die nicht einfach weiter machen wollten wie bisher. Das ist aber absolut legitim denn ein Volk kann in einer Demokratie nun mal selber bestimmen wohin die Reise gehen soll. Klar es gibt Verträge an die man sich halten muss aber wenn ein Weg nicht funktioniert muss es doch auch legitim sein zu sagen "he Leute so geht es nicht weiter". Wie gesagt auch die EU selber hat locker lässig alle Verträge zum Euro einfach umgeschrieben als es nötig war.

Seitdem Syriza an der Macht ist versuchen sie einen Weg zu finden wie Griechenland wieder auf die Beine kommen kann und die EU, allen voran Deutschland, fordern Dinge die erwiesenermaßen nicht funktionieren. Die Löhne in Griechenland sind weit unter dem EU Schnitt und auch sonst sind alle neo-liberalen Indikatoren heute schon so, dass Griechenland florieren müsste aber das tut es nicht weil der Weg einfach nicht funktioniert. Sogar der IWF hat zugegeben, dass die Rechenmodelle einfach falsch (angenommen wurde, dass gesenkte Staatsausgaben nur minimale Auswirkungen auf das BIP haben, etwa 1:1 also 1€ weniger Staatsausgaben führen zu ~1€ weniger BIP, real ist das Verhältnis eher 1:6) waren aber geändert wurde deshalb trotzdem nichts. Der Staat wird um Ausgaben nicht umhinkommen um die Konjunktur anzukurbeln - so geschehen in allen anderen EU Staaten während der Krise. Von Griechenland wird das Gegenteil verlangt obwohl mittlerweile völlig offensichtlich ist, dass das nicht funktioniert.

Griechenland hat etwa beginnen müssen Steuersündern enorme Nachlässe zu geben wenn sie nur bald zahlen damit sie die nächste Rückzahlung stemmen können. Da werden Milliarden an Einnahmen verworfen nur um die nächste Rückzahlung zu schaffen - das kann nicht nachhaltig funktionieren. Nur ein Beispiel unter Vielen wie etwa auch der letzte Vorschlag von Tsipras Vermögen über 500.000 stärker zu besteuern - das wurde ihm von der Troika (Institutionen) verboten weil es ja das Wachstum abwürgen würde. Stattdessen fordern sie weitere Pensionseinschnitte. Also wer Geld hat darf es behalten, wer schon am Hungertuch nagt muss noch mehr hergeben. Klassische neoliberale Politik für die Reichen.

In dieser Situation hat Tsipras gesagt er kann das so nicht annehmen aber er will sein Volk darüber abstimmen lassen ob sie die Auflagen akzeptieren wollen oder nicht und OMG er hat auch noch gesagt er würde es nicht tun. Reaktion der EU: Wir drehen euch sofort den Geldhahn ab und schreien laut, dass Griechenland uns erpressen will. Ja sag einmal ... das Volk demokratisch zu fragen was sie wollen ist Erpressung und den Geldhahn abzudrehen ist es nicht? Bei der Logik habt ihr mich irgendwo verloren.

Um was es aktuell geht ist das ELA (Emergency liquidity assistance) System das Banken auch mit Bargeld versorgt. Bargeld wird von der EZB ausgegeben und zur Verfügung gestellt und wenn mehr Leute Geld abheben als einzahlen muss eben nachgelegt werden. Das meiste womit Banken agieren ist Girageld, also Zahlen im Computer, und wenn die Leute nun das Geld nicht am Konto lassen muss es von irgendwo her kommen -> ELA. Das ist auch wieder vereinfacht aber im Kern läuft es schon darauf hinaus.

 Jedes Land der Eurozone würde Zugriff darauf brauchen wenn die Menschen beginnen Ihr Geld von der Bank zu holen denn die haben das einfach nicht im Tresor herumliegen (wäre ja auch doof). In Griechenland machen das jetzt natürlich alle denn die EU sagt ja, dass sie Griechenland auf das Trockene setzen. Wer würde das nicht machen wenn davon auszugehen ist, dass man entweder nichts mehr bekommt oder eine andere Währung die massiv abgewertet werden wird?

Für mich ist diese Politik der EU eine Mischung aus Dummheit, Grausam- und Kurzsichtigkeit.

Da stellen sie sich hin und sagen heute ist der "Grexit" zu bewältigen. Achso jetzt wo nicht mehr die Banken die Kosten tragen müssen sondern die Bürger der EU ist es kein Problem mehr? Na dann schauen wir mal wie es Deutschland so geht wenn sie locker lässig 80+ Mrd € an Haftungen schlagend werden. Für Deutschland geht das wohl weil die schreiben es einfach auf die Staatsschulden auf die sie ohnehin fast keine Zinsen zahlen aber dennoch wird auch die deutsche Bevölkerung das deutlich zu spüren bekommen. Bei den restlichen Euro Ländern wird es schmerzhafter.

Man hätte natürlich ganz anders reagieren können. Ein Beispiel wäre gewesen es so zu machen wie die USA oder Japan ... die Zentralbank leiht dem Staat einfach direkt das Geld das nötig ist ohne die Taschen der Banken als Mittelmänner zu füllen. In der Zwischenzeit lässt man den Griechen Zeit ihre Probleme zu lösen und gibt ihnen auch die nötige Zeit dafür ohne den Zwang dumme kurzfristige Einnahmen vor langfristigen Lösungen den Vorzug zu geben. Solange Griechenlands Wirtschaft nicht wieder läuft gibt es keine Chance, dass Griechenland die Kredite zurück zahlen kann und auch dann wird wohl ein Schuldenschnitt nötig sein.

Diese Politik der EU ist für mich schon mal ein Grund zu sagen das macht ihr nicht in meinem Namen!

Friedensprojekt Europa
Die EU ist an den Start gegangen um Frieden in Europa zu sichern. Das hat eine Weile ganz gut funktioniert aber seit dem Kosovo und aktuell der Ukraine ist klar, dass dieser Grundsatz nicht mehr wirklich gilt. Die EU will militärisch mitmischen und im Kontext der Nato Kriege führen um unsere Interessen in der Welt durchzusetzen.

Ich möchte mich hier jetzt nicht über das Ukraine und Russland Thema auslassen aber ich persönlich habe kein Interesse daran mit Russland einen Krieg zu führen. Die Sanktionen der EU sind ein Wirtschaftskrieg und ein Teil der Spirale hin zu mehr Eskalation. Das ist Wahnsinn und schadet uns nur. Freilich hat sich die NATO immer mehr nach Russland ausgedehnt und freilich provoziert das die Russen die ein völlig legitimes Sicherheitsinteresse haben. Man kann über Putin ja sagen was man will aber hier reagiert er nur und das sogar recht zurückhaltend.

Wir könnten mit Russland sehr gut zusammenarbeiten und es wäre zu beidseitigem Vorteil aber das passt natürlich den Amis nicht denn eine starke Verbindung zwischen Europa und Russland würde deren Allmachtsanspruch schon deutlich stören. Freilich ist in Russland nicht alles super demokratisch und toll aber das Volk steht hinter Putin und das ist nun mal ihr Land. Mit Drohungen und militärischen Aufmärschen nahe der Grenze (Speerspitze) wird man nicht eine Einigung erreichen sondern die Situation nur eskalieren. Frieden gibt es nur wenn man Wege zueinander findet und nicht indem man dem anderen droht!

Fortress Europe
Europa hat ein Flüchtlingsproblem das ist Fakt. Das Problem ist dabei aber nicht das die Flüchtlinge da sind sondern wie man mit der Situation umgeht.

Na klar flüchten die Leute aus Regionen die vom Westen niedergebombt werden und wo dann Extremisten das Ruder übernehmen. Was habt ihr erwartet? Na klar flüchten Menschen aus Regionen wo sie keine Arbeit und kein Auskommen mehr haben. Was habt ihr erwartet?

Ein Beispiel dafür ist etwa Afrika. Die EU exportiert etwa Geflügelteile die bei uns keiner kaufen will (ein Huhn besteht nun mal aus mehr als Brust) zu einem Preis nach Afrika wo die niemals mithalten können. Wie sollten sie auch? Europa hat Hochleistungsbetriebe von der Aufzucht bis zum Schlachten und macht bereits Profit mit dem was sie hier verkaufen. Die Exporte der anderen Teile sind quasi ein Zusatzgeschäft von dem sie nicht leben müssen. Versuchen Sie mal dagegen anzukommen mit ihrer eigenen Produktion. Genau das selbe im Textilbereich - wir verkaufen unsere gespendeten "Altkleider" um Spottpreise dorthin und das soll auch noch "Hilfe" sein. In Wahrheit zerstört das jede eigene Textilproduktion.

Afrika müsste auf solche Lieferungen Zölle erheben aber das würde der IWF und ähnliche Organisationen nie zulassen weil "freier Handel" und so. Freier Handel auf Augenhöhe ist sinnvoll und gut aber ein Land das mit der Produktivität zurück hinkt wird damit nie gewinnen. Man schaue sich nur die Geschichte an und schon wird man überall Beispiele finden wo die eigene Industrie solange mit Zöllen geschützt wurde bis sie auf selbem Level war. Wie soll es auch sonst gehen?

Dazu kommt noch, dass mittlerweile ein regelrechter Landgrab in den fruchtbaren Regionen am afrikanischen Kontinent begonnen hat. Bei uns sind die Flächen eigentlich alle belegt also was tut ein Landwirtschaftskonzern der mehr Umsatz haben will? Genau er kauft Land wo er es bekommt und dabei zahlt er wohl deutlich mehr als sich die lokalen Menschen leisten können. Es ist auch hier grundsätzlich nicht das Problem, dass der der es sich leisten kann kauft aber die Kräfteverhältnisse zwischen einem Bauern in Afrika und einem internationalen Konzern sind dann doch etwas unfair.

Genau dieses Vorgehen wird von der EU unterstützt und dann wundern wir uns darüber, dass die Menschen von dort weg wollen weil sie nicht mehr überleben können? Erm WTF

An den Grenzen lassen wir sie dann absaufen oder packen sie in Lager um sie idealerweise zurück zu schicken. Ja wohin denn zurück? Ach ja ein sicheres Drittland. Also wohin ist egal aber nicht zu uns! Soweit kommt es noch dass die auch ein menschenwürdiges Leben haben wollen. Wir sind uns eben selber doch die Nächsten und damit unser Wohlstand bleibt oder sich vermehrt müssen eben andere um 1€ am Tag arbeiten. Das darf man natürlich so nicht sagen aber so ist es nun mal. Unser Wohlstand basiert auf der Ausbeutung anderer oder wie wären sonst T-shirts um 3-4€ möglich? Produziert das mal in Europa und schaut wie viel es dann kostet.

Ich will mich da überhaupt nicht ausnehmen denn natürlich profitiere ich selber von genau diesem System. Mir ist allerdings auch klar, dass das ein Ablaufdatum hat und ich bin nicht bereit in meinem Namen Menschen an den Grenzen verrecken zu lassen. Mit allen Konsequenzen auch für mich.

Wenn dann etwa in Österreich diskutiert wird, dass wir ja schon so viele Flüchtlinge hier haben und das eben nicht mehr geht dann sage ich schaut mal zu den Ländern an den EU Außengrenzen. Dort kommen die Menschen an und die können es sich nicht aussuchen so wie wir es dann gerne würden mit "green card" für die die wir wollen. Ich verstehe schon warum Italien und auch Ungarn es nicht so eng mit der Registrierung nehmen wenn man ihnen dann die Leute zuschiebt und in den "Kernländern" nichts davon wissen will. Diese Flüchtlinge sind zu einem großen Teil wegen unserer Politik auf der Flucht und ich bin nicht bereit einen Grenzzaun rund um die EU zu akzeptieren wo scharf geschossen wird. Genau das ist aber was Fortress Europe in letzter Konsequenz bedeutet. Dazu sage ich Nein.

Sonst noch etwas?
Die EU als solche ist in Ihrer Struktur durchaus demokratisch - auch wenn sie gerne als undemokratisch hingestellt wird. Der gesamte Aufbau ist nach demokratischen Prinzipien und so durchaus in Ordnung. Mein Problem fängt eher beim Selbstverständnis an.

Ich bin für eine EU als Gemeinschaft von Staaten in der Themen bearbeitet werden die uns alle betreffen und Entscheidungen auf der niedrigsten möglichen Ebene getroffen werden. Hier stehe ich Bestrebungen entgegen die Europa zu den Vereinigten Staaten von Europa machen wollen oder implizit ein Europa der Konzerne darstellen. Ich sehe mich dabei sehr wohl als Europäer aber Europa ist nun mal alt und hat eine lange und reichhaltige Geschichte seiner Völker und es muss nicht alles zentralisiert werden. Ich bin für dezentrale Strukturen wo immer sie möglich sind denn vor Ort ist auch das Wissen über die Anforderungen vor Ort gegeben. Da kann auch viel schief laufen aber ich möchte trotzdem nicht über die Politik in Griechenland, Polen oder wo auch immer entscheiden. Das ist deren Land und die haben dort jedes Recht die Entscheidungen zu treffen die sie für sich als richtig erachten.

Dem einen Rahmen zu geben und auf EU Ebene zu versuchen die Probleme anzugehen die man auf Ebene der Staaten nicht zu lösen sind finde ich gut. Ich bin überzeugt davon, dass ein so gestaltete EU auch das Vertrauen ihrer Bürger hat und zurück gewinnen kann. Die EU wie sie heute ist, hat meiner Meinung nach dieses Potential verspielt und wird, sofern sie so weiter macht, zugrunde gehen. Wir sehen heute schon diese Tendenzen wenn Griechenland quasi raus geworfen wird, etwa UK offen über Austritt nachdenkt und nach Belieben von Staaten die Grundlagen wie der freie Verkehr der Bürger zwischen den Ländern aufgehoben wird.

Das Europa ohne Grenzen in dem jeder Bürger frei reisen, arbeiten, studieren und wohnen kann wo er will, das ist ein Europa für das ich jederzeit aufstehen und eintreten werde. Genau diese Grundlagen werden, für mein Empfinden, leider mit Füßen getreten und genau dagegen stehe ich ebenso ein!
Ich gehe leider davon aus, dass eine Umstrukturierung der EU heute in eine EU wie ich sie mir vorstelle nicht passiert. Die Krise wäre eine Chance dazu gewesen und sie wurde auch genützt nur eben in die andere Richtung.

Was wäre wenn wir wirklich aus der EU austreten? Nun ja zum Einen würde es mich schon extrem wundern wenn unsere Regierung auch nur auf das Volksbegehren reagieren würde. Wenn genug Unterschriften zusammen kommen dann muss im Parlament darüber geredet werden aber passieren wird nichts. Ich sehe eine Unterschrift also mehr als ein Protestzeichen an dem zu 99% Wahrscheinlichkeit keine realen Konsequenzen unserer Politik folgen werden.

Was wäre wenn doch? Nun ja dann werden wir auch zurecht kommen genauso wie wir es die Griechen schaffen müssen wenn es zum Grexit kommt (nur mit deutlich besseren Voraussetzungen) oder alle sofern die EU zerbricht. Würde wohl nicht einfach werden aber ich möchte nicht an etwas festhalten nur weil mir ein paar Annehmlichkeiten gefallen und die Alternativen unklar sind wenn ich dabei auch an Dingen festhalten muss die ich völlig ablehne. Ich wähle lieber das Risiko einen neuen Weg zu gehen.



TL;DR;
Ich werde wohl das Volksbegehren für den EU Austritt von Österreich unterschreiben. Ich stehe zwar nicht hinter dem was die als Begründung angeben sondern habe meine eigenen Gründe warum ich die EU, wie sie sich heute darstellt, ablehne. Wenn ich auf ein Volksbegehren warte dem ich zu 100% zustimme bin ich wohl tot bevor es eines gibt. Für mich ist es eher ein Schuss vor den Bug als wirklich der Wunsch aus-zutreten.


Disclaimer
Ich habe hier so unglaublich viel vereinfacht und weggelassen, dass es fast auf keine Kuhhaut geht wie man in Österreich gelegentlich sagt. Dennoch glaube ich meine persönlichen Beweggründe halbwegs dargestellt zu haben. Ich erhebe hier weder Anspruch auf Vollständigkeit noch belege ich jede Aussage mit Quellen denn wer es möchte wird die Information finden und wer das nicht will, nun ja der hätte sie wohl auch nicht gelesen wenn ich sie verlinkt hätte.

Samstag, 10. Januar 2015

Sind die alle wahnsinnig?

Eines gleich vorweg, es gibt einen Grund warum ich diesem Post das Label "Rant" gebe!
In letzter Zeit gab es ein paar Dinge die für mich absolut nicht ok waren und die mir schön langsam den letzten Nerv kosten. Ich werde hier versuchen anhand einiger Beispielen aufzuzeigen was ich meine. Der Themenbereich wird von Social Media, etablierte Medien über Politik bis generell Gesellschaft gehen.



So wo fange ich an? Wohl am besten beim aktuellsten Thema das dabei aber auch gleich einige Themenbereiche vereint. Die Morde bei Charlie Hebdo und den folgenden Tagen.
Das war innerhalb von Europa wohl einer der heftigsten Angriffe seit wirklich Langem! Mein uneingeschränktes Beileid geht dabei an die Angehörigen aller Opfer.

Was aber rund herum geschieht ist für mich ebenso grausam. Innerhalb kürzester Zeit gibt es Verdächtige die aber innerhalb kürzester Zeit in der Medienlandschaft nicht mehr Verdächtige sind sondern eben ganz klar islamistische Terroristen an deren Schuld es überhaupt keinen Zweifel gibt. Die waren es!

Waren sie es wirklich? Absolut möglich aber bewiesen ist es überhaupt nicht. Waren die wirklich die Attentäter bei Charlie Hebdo? Der einzige Beweis der öffentlich wurde war der Ausweis den einer der Täter im Fluchtwagen vergessen hat. Ich meine wirklich? Da marschieren 2 Typen in die Redaktion, töten innerhalb kürzester Zeit selektiv 12 Menschen und verschwinden wieder. Das klingt für mich schon eher nach Profis und die sollen dann einen Ausweis im Fluchtwagen vergessen haben? Irgendwie ist so etwas doch eine Beleidigung für den Verstand!

Ich will hier gar nicht sagen, dass die es nicht gewesen sein könnten, die folgenden Aktionen mit Geiselnahmen weisen durchaus auf kriminelle Energie hin, aber als bewiesen kann es nicht angesehen werden. Nur weil alle Medien das Selbe sagen bedeutet nicht, dass es stimmt! Die verwenden einfach alle die selbe Quelle und weil ja Berichte gemacht werden müssen weil das Interesse da ist, werden die geschrieben ohne mehr zu wissen. Auch die offizielle Seite ist da massiv unter Druck schnelle Erfolge zu liefern.

Auch hier ist natürlich wieder eine Differenzierung nötig denn es gibt sehr wohl positive Beispiele für die Berichterstattung. Es gab schon einige Artikel die klar gesagt haben was bekannt ist und was nicht und wo auch ganz explizit immer nur von Verdächtigen gesprochen wurde. Das war jedoch fast ausnahmslos geschriebene Artikel und leider nur wenige Fälle (ich hab die Links nicht gesammelt sry).

Ich habe etwas durch die deutschsprachigen TV und Radio Sender gezappt um eventuell ja positive Beispiele zu finden aber das war schon recht bitter. Ich nehme mal die Privatsender und deren "News" aus weil die ohnehin keiner Kritik wert sind aber auch die öffentlich Rechtlichen waren nicht wirklich besser. Das Motiv wurde nirgends auch nur im Ansatz in Zweifel gestellt oder überhaupt mal versucht einen Faktencheck zu machen. Das was ich da gehört und gesehen habe war fast überall eine ganz klare Linie: Es war islamistischer Terror, die beiden waren es. Darüber hinaus geht es um Angst, Sicherheit und was denn noch. Als hätte die gesamte Überwachung die wir schon haben irgend etwas gebracht...

Mein Verständnis dazu wie ein Rechtsstaat zu funktionieren hat und wie sich die "vierte Gewalt" darin zu verhalten hat ist irgendwie schon anders. So etwas wie eine kritisches Hinterfragen ob das so gewesen sein kann oder ob es nicht auch ein anderes Szenario geben könnte? Nein Fehlanzeige. Dabei ist gerade in einer solchen Situation Objektivität und bedachtes Handeln das Wichtigste! Aber es gibt ja überhaupt keine Frage mehr ob eventuell ein anderer Hintergrund hinter diesen Morden stand. Es waren natürlich islamistische Terroristen!

Gerade in Deutschland, mit der noch so frischen Vergangenheit der NSU Morde, sollte man doch etwas vorsichtiger mit der voreiligen Definition der "Schuldigen" geworden sein. Aber das Einzige was durch die Medien rauscht sind reflexartig gefundene Schuldige - ob es die wirklich waren ist dann meist nicht mehr herauszufinden. Ich finde es gerade deshalb sehr bedauerlich, dass alle Verdächtigen von der Polizei erschossen wurden denn das macht die Suche nach der Wahrheit nicht gerade leichter. Wäre schon interessant gewesen auch mal deren Seite zu hören...


Das bringt mich zu Social Media. Ih versuche durchaus nicht rein im Filterbubble zu bleiben sondern schon weiter verteilten Menschen und Meinungen zu folgen, wie erfolgreich ich dabei bin ist schwer zu beurteilen. Die letzten Tage waren aber eine sehr abstoßende Erfahrung für mich.

Es ist unglaublich wie reflexartig die Memes herumfliegen bei denen dem  Islam unterstellt wird zentral das Töten von Ungläubigen zu fordern. Ich meine das ist doch bitte Schwachsinn und eine gefährliche Lüge.

Ich stehe dazu Atheist zu sein und Religion generell als Problem zu sehen da wohl nicht mal in beiden Weltkriegen zusammen mehr Leute gestorben sind als in der Geschichte der Religionen. Religion ist eben etwas zu tiefst ausgrenzend und manipulatives - zentraler Bestandteil ist ja an irgend etwas zu glauben was nicht belegbar ist! Das ist natürlich ein toller Grundstock um den Leuten jeden Blödsinn aufzutischen aber das ist ja eigentlich nicht das Thema.

Der Islam ist eine alte Religion und hat daher aus seiner Gründungszeit eine Menge kulturelles Erbe aber genau das selbe gibt es in allen alten Religionen! Ein gläubiger Moslem ist sicher nicht gefährlicher als ein gläubiger Christ oder Jude. Wer ernsthaft glaubt, dass es anders wäre der sollte eventuell mal einen Koran zur Hand nehmen und ein wenig darin lesen. Wer danach immer noch meint der Islam ist in sich eine "böse" Religion ... keine Ahnung was ich dann noch sagen soll....



Hier muss ich jetzt mal etwas das Grundsetting weg von Paris hin nach Dresden verschieben: PEGIDA
Sind die Demos fremdenfeindlich und rechts einzuordnen? Aber Hallo na klar sind sie das!
Es ist recht einfach überprüfbar denn in der heutigen Zeit hat man nun mal YouTube und muss sich nicht auf die Meinung irgendwelcher Schreiber verlassen! Einfach mal auf YouTube nach "PEGIDA DEMO" suchen und so eine Demo ansehen. Na klar sind das "Ausländer raus" Demos auch wenn sie noch so sehr behaupten sie sind es nicht.

In Medien und Politik wird man seit Wochen nicht mehr müde über jeden Furz zu Berichten der aus dieser Ecke kommt und wie verwerflich und intolerant das nicht alles ist. Da muss ich jetzt an 2 Stellen einhaken:

  1. Da wird doch beinhart mit dem Argument der Toleranz die eine politisch Meinung gegenüber der anderen nicht toleriert.
  2. Warum gibt man so viel mediale Aufmerksamkeit? Hätten die nicht schon wieder aufgehört wenn sie sauber ignoriert würden?

Für mich ist gerade das Thema "rechte Meinung" durchaus eine Herausforderung denn ich versuche jede Meinung zu akzeptieren auch wenn ich sie überhaupt nicht teile. Es gibt natürlich gerade in diesem Bereich einen Punkt ab dem es einfach nicht mehr geht denn wer die Greultaten der Nazis leugnet oder ernsthaft meint das war cool damals der muss sich schon ganz massiv vor der Wahrheit drücken und da ist dann jede Gesprächsgrundlage weg.

Ansonsten ist es durchaus menschlich negativ auf Gefühle der Verfremdung, Veränderung der Geselschaft oder ähnliche Richtungen so zu reagieren. Es ist ja jetzt auch nicht so als würden diese Leute nicht ganz bewusst aufgeheizt. Ich meine die Medien Berichten überall Tag ein Tag aus über die bösen Islamisten und dann wundert man sich wenn Leute eine Islamphobie entwickeln? 

Da stellt sich dann doch beinhart der deutsche Justizminister einer angemeldeten Demonstration entgegen. Zum mitschreiben ... wird eine Demo angemeldet und erlaubt, so dürfen die dort gehen und die Polizei ist in Wahrheit sogar verpflichtet das zu ermöglichen. Und da stellt sich der Justizminister hin und ignoriert mal so locker lässig deutsches Recht weils gerade populistisch gut ankommt? Passt zu einer Merkel Regierung aber ist schon starker Tobak!

Was ich bisher in den Medien oder der Politik noch überhaupt nicht gesehen habe ist ein Eingehen auf die Ängste der Leute die dort demonstrieren. Die sind nun mal da und ihre Meinung kommt von irgendwo. Die geht nicht weg wenn man ihnen eintrichtert, dass sie alle Idioten sind. Wahrscheinlich sind viele wirklich Idioten aber das hilft nicht weiter. Damit erreicht man maximal eine gemeinsame Gesprächsgrundlage, auf Basis derer man sich austauschen kann, zu vernichten. Mit anderen Worten man verliert diese Leute völlig.

Die haben Angst und die wird nicht weg gehen wenn man irgend welche Statistiken zitiert, dass ihre Ängste unbegründet sind. Auch wenn in einer Stadt nur 1% einer beliebigen Gruppe sind so führen die gesellschaftlichen Realitäten (Höhe der Mieten,...) oft dazu, dass sich die in Gebieten sammeln. Wenn man in so einem Gebiet seit langem wohnt, wird sich die Nachbarschaft über die Jahre wohl deutlich verändert haben. Da zu behaupten es sind ja nur x% ist zwar statistisch gesehen korrekt, geht aber wohl völlig am Thema vorbei.

Ich habe auch schon von an sich intelligenten Leuten Aussagen gehört, die allem widersprechen was sie in der Schule oder Uni gelernt haben.  Da werden Aussagen über gesamte Bevölkerungsgruppen mit der Erfahrung aus dem eigen Umfeld argumentiert und für völlig gültig angenommen. Das aus einem sehr speziellen Sample, das nicht mal in der wildesten Theorie als repräsentativ durch ginge, auf eine Gesamtheit im Verhältnis 10:300.000 geschlossen wird ist da völlig normal. 



Irgendwie komme ich da jetzt auch wieder zu Charlie Hebdo zurück. Ist es in der Satire OK sich über Religion lustig zu machen? Ganz klar ja aber es gibt dann schon noch ein paar Details auf die zu achten wäre. So sollte man sich schon überlegen ob man damit eher rassistische Cliches bedient oder wirklich Satire macht. Dann kann man sich immer noch überlegen ob man jede Beleidigung auch wirklich breit veröffentlichen muss. Irgendwann wird aus der freien Meinungsäußerung nämlich auch wieder Hetze gegen Menschen und das ist abzulehnen. Ich habe Charlie Hebdo vorher nicht gekannt und kann deshalb nicht so viel dazu sagen aber das Thema ist eben auch nicht schwarz/weiss.

Wenn also nun durch die Medien laut die Meinungsfreiheit beschworen wird und die Karikaturen immer und immer wieder veröffentlicht werden muss man schon auch mal fragen dürfen ob das sinnvoll ist. Ich möchte hier in keinster Weise sagen, dass man etwas nicht veröffentlichen darf weil sich jemand angegriffen fühlen könnte aber auf der anderen Seite muss man auch nicht gerade deshalb veröffentlichen weil sich jemand beleidigt fühlt. Es fällt mir gerade schwer das richtig auszudrücken. Es geht mir um eine gewisse Balance wo man auch mal überlegt  ob es einen Wert hat etwas zu tun. Meinungsfreiheit muss jetzt auch nicht als Ausrede verwendet werden um ein Arschloch zu sein...


So ich glaube hier hör ich mal auf mit dem RANT und gehe zum Aussortieren meines Social Media Streams über. 

Sonntag, 5. Oktober 2014

Review: Oneplus One

Nach ~2 Jahren mit dem Nexus 4 war es mal wieder Zeit für ein neues Telefon.

Ich hatte natürlich nach 2 Nexus Geräten am Anfang das Nexus 6 im Auge aber ich bin immer mehr davon abgekommen umso mehr sich die Gerüchte verdichteten. ~6" ist mir einfach zu groß und da ist mir dann ziemlich egal was sonst noch am Programm steht.

Ich habe dann etwas herumgesucht was es aktuell gibt bzw. was bald kommen wird. Dabei waren mir 3 Ding wichtig:

  • Preis: ich kaufe das Telefon definitiv nicht mit Vertrag und ich bin nicht gewillt 600€+ für ein Telefon auszugeben. Meine persönliche Schmerzgrenze liegt zwischen 300€ und 400€ was ja nicht unbedingt wenig ist.
  • OS: Das es ein Android sein muss ist klar, aber ich zahle auch nicht dafür, dass der Hersteller das OS verramscht. Ich bügle das Zeug sowieso runter und von daher bin ich nicht gewillt dafür zu zahlen. Es gibt schon Ausnahmen wo die Hersteller coole Erweiterungen einbauen aber das meiste nervt (Touchwiz, Sense,...). 
  • Ausstattung: Naja was man so braucht eben :D 32GB+ Speicher, 2GB+ Speicher, aktuelle CPU, guter Akku, scharfes Display


Mit diesen Voraussetzungen habe ich mal angefangen zu suchen. Das OS Kriterium schließt gleich mal Samsung und HTC aus. Ich bin dann beim Moto X, Sony Z3 und Asus ZenPhone gelandet die ich jedoch alle aufgrund der Preisanforderung und auch etwas wegen dem OS verwerfen  musst.
Das OPO hatte ich schon länger auf der Liste aber nachdem ich keinen Invite hatte und ihm auch nicht dezidiert nachgelaufen bin, war es nicht wirklich eine Option.


Das OnePlus One gibt es aktuell nicht einfach zu kaufen. Die ziehen das so auf, dass sie Invites vergeben sobald sie wieder Geräte verfügbar haben. Ist zum einen natürlich eine gute PR Masche (du kannst das nicht einfach kaufen, jemand muss dich einladen) und zum Andern kommen sie so nicht in die Verlegenheit zu wenige oder zu viele Geräte zu haben. Von Charge zu Charge kann man anhand der genutzten Invites die nächste abschätzen und das ist natürlich schon eine feine Sache für den Hersteller.
Mein Plan war eigentlich auf das Nexus 6 zu warten da ich alle anderen Optionen ausgeschlossen hatte. Tja und dann machte es Beep und ein Invite für das OPO lag in meiner Inbox. Tja so schnell ist eine Entscheidung da wenn alle Anforderungen erfüllt sind :)

Facts

Die Eckdaten sind 5.5" 1080p display, 3GB RAM, 64GB Speicher, 3100mAh und ein Snapdragon 801 um 299€. 
Alle Details gibt es hier

Formfaktor

Zuerst mal - ja 5.5" ist groß. Ein Hosentaschentelefon ist das nicht mehr wirklich aber das sollte klar sein. Es ist trotzdem noch nicht so als würde man sich ein Tablet ans Ohr halten aber der Eindruck ist hier wohl in der Tat 100% subjektiv. 6" ist technisch gesehen nicht viel größer aber aber zumindest vom Gefühl her wäre es zu viel.

Das OPO geht sich in meinen Händen sehr gut aus, ich kann es also recht angenehm halten und einhändig bedienen. Hier muss ich aber auch sagen, dass ich nicht unbedingt kleine Hände habe ;)
Die Tasten sind gut positioniert um sie zu erreichen und die raue Rückseite sorgt dafür, dass es nicht wegrutschen kann. Insgesamt liegt es damit gut in der Hand

OS

Das ist richtig sweet! Das OPO kommt out of the box mit Cyanogen Mod! Sie verwenden einen eigenen Branch "CM 11S" der eben auf das OPO zugeschnitten ist. Wer CM kennt, wird sich sofort zuhause fühlen denn es ist faktisch CM mit minimalen Adaptierungen für das Gerät. Ok ich gebe zu, ich habe mir nicht angesehen was sie genau geändert haben, aber mir ist noch nichts negatives aufgefallen und ich habe auf allen Nexus Geräten ebenso CM verwendet.

Eine Sache ist richtig nett - das OPO kann Wecker auch dann ausführen wenn es ausgeschalten ist! Ich meine das gibt es schon lange nicht mehr. Ich musste das natürlich gleich testen und sie machen das mit einem Trick. Das Telefon startet ~2 Minuten vor dem Wecker automatisch und ist dann einfach up and running wenn der Wecker läutet. Das funktioniert aber nur mit der Android Ẃecker App und nicht mit Drittapps was aber irgendwie zu erwarten war. 

Eine Sache muss ich noch anmerken. Das OPO ist out of the box nicht gerootet! Ich sehe schon ein warum das so ist aber anmerken möchte ich es trotzdem. Gerootet ist das Ding sehr schnell und straight forward. Eine detaillierte Beschreibung (auch für Leute die das noch nie gemacht haben) gibt es im XDA Forum.

Speed

Eigentlich will ich dazu nicht viel sagen. Ein Quad Core mit 2.5 GHz muss einfach zackig sein und das ist er auch. Ich sage mal ich langweile das Ding denn ich spiele außer Ingress am Telefon nichts und damit nutze ich die CPU sicher nicht voll aus. Der Vorteil ist für mich wohl eher der recht effiziente Energieverbrauch.

Akku

Jetzt sind wir beim Eingemachten angekommen! Ich meine ein Telefon kann noch so viel können und schnell sein usw., wenn es dann aber den Tag nicht durchsteht, ist das pointless.
Das Nexus 4 war diesbezüglich ganz offen gesagt ein Graus. Ich meine Ingress ist sicher heftig beim Stromverbrauch aber 50% Akku in einer halben Stunde ist schon heftig. Klar dabei ist Blutooth für die Kopfhörer und Musik sowie GPS und Display an, aber trotzdem. Auch ohne Ingress war beim N4 ein Arbeitstag schon ziemlich das Limit und ich bin dabei nicht mal ein Daueruser.

Im Vergleich habe ich jetzt 1000mAh mehr als beim N4. Die Milchmädchenrechnung sagt etwa 1/3 mehr Laufzeit aber aktuell würde ich eher sagen es ist das Doppelte. Es ist noch zu früh um hier eine definitive Aussage zu machen aber vom Gefühl nach 2 Tagen hält der Akku deutlich besser. Zu diesem Punkt werde ich noch Updates nachschieben wenn ich genug Erfahrung damit habe.

Beim OPO kann man den Akku wechseln wenn es denn notwendig ist. Das ist jetzt nicht unbedingt ein Killerfeature aber es ist doch angenehm die Option zu haben!

Sonstige Hardware

Da wäre etwa die Kamera :) Mir ist klar, dass die für viele Leute sehr wichtig ist, nachdem ich aber fast immer die Nikon mit habe, ist die Handykamera nicht so mein Fall. Die vom N4 war aber auch schrottig :D

Ich habe ein paar Testfotos gemacht und ich bin ziemlich zufrieden damit. Klar kann sie bei schlechtem Licht nicht viel ausrichten aber mit Blitz (DoppelLED) und bei halbwegs sinnvollem Licht, werden die Fotos wirklich sehr ansehnlich. Wenn ich mal schnell ein Foto brauche oder die Nikon nicht mit habe, ist die OPO Kamera definitiv ein guter Fallback.

Die Front Kamera ist richtig nice! 5MP und recht weitwinkelig ohne massiv zu verzerren. Ich bin ja nicht so der Selfi Typ aber die Kamera ist ganz klar dafür gemacht. Ich nutze sie primär für den Face Unlock (das Handy erkennt mein Gesicht) was zwar sicher nicht die sicherste Methode ist aber doch wahnsinnig komfortabel. Die Kamera stellt sich dabei sehr gut auf die Lichtverhältnisse ein und erlaubt schnelle Unlocks.

Was ich persönlich super finde, ist die Erweiterung von nur GPS auf das russische GLONASS. Beide Systeme haben eine ähnliche Präzision also kann es nicht schaden das Feld zu weiten um schnellere und genauere Ortungen zu erhalten. Ok ich mag auch den Fakt, dass ich nicht vom US System abhängig bin :D Wie auch immer, die Positionierung funktioniert, im Vergleich zum N4, deutlich exakter und schneller. Auch hier werde ich noch Erfahrungswerte nachschieben sowie ich sie habe.

Das OPO bietet die Möglichkeit zwischen OnScreen und kapazitiven Buttons zu wählen. Ich war die OnScreen Tasten gewohnt aber wenn ich wählen kann, dann nehme ich doch die separaten einfach weil ich den Platz am Display nutzen möchte. Was dabei etwas nervt ist, dass die kapazitiven Tasten im Vergleich zum N4  genau spiegelverkehrt sind. Zurück ist also rechts und Menü links was einiges an Umgewöhnung erfordert. Nachdem das aber sehr viele Hersteller so machen, macht es wohl Sinn. Naja ich sag mal man gewöhnt sich in ein paar Tagen daran.
 

Fazit

Aktuell habe ich noch nichts gefunden was mich am OPO nerven würde! Ich sage mal das ist das beste was ich über ein Telefon sagen kann denn, wenn wir mal ehrlich sind, gibt es heute fast keine "schlechten" Geräte mehr. Es kommt viel mehr darauf an was man haben möchte und was nicht.

Sobald es dann auch noch die alternativen Rückseiten gibt, werde ich mir wohl eine in Walnuss oder Bambus holen. Ein wenig personalisieren ist schon was Nettes und da war Motorola mit dem Moto X, meiner Meinung nach, absolut auf dem richtigen Weg. 


Freitag, 20. Juni 2014

Review: Teufel Raumfeld Cubes

Ich habe hier ja schon über meinen neuen Streaming Setup mit Teufel Raumfeld geschrieben. Heute möchte ich das Review zu den Cubes (Amazon) nachreichen die bei mir nun die Küche beschallen.

Die Cubes sind, wie der Name schon sagt, in Würfelform mit einer Seitenlänge von knapp 20cm. Wen die genauen Specs interessieren findet diese hier.

Die Cubes sind, wie alle Raumfeld Boxenpaare, als Master-Slave ausgeführt. Im Master ist der Verstärker usw verbaut und der zweite wird dann darüber angesteuert. Die Verbindung ist dabei mit einem 6.3 Klinkenkabel ausgeführt - 2m liegen bei aber wer die Boxen weiter auseinander stellen will, muss ein längeres Kabel mit kaufen wenn man nicht basteln anfangen möchte.

Die Master Box verfügt über einen Ein/Aus Taster an der Vorderseite sowie Tasten für die Lautstärkereglung. Auf der Rückseite findet sich ein Netzwerkport, der Netzanschluss mit Netzschalter, ein Line-In und natürlich die Buchse für das Kabel zur 2. Box.

Grundsätzlich können die Cubes als Host für ein gesamtes Raumfeld System fungieren. Beim Raumfeld System ist ein Gerät immer als Host dafür zuständig, dass sich die Boxen untereinander finden und eben auch angesteuert werden können. In meinem Fall verwende ich den Connector im Wohnzimmer als Host weil der per Kabel am Netzwerk hängt und nicht wie die Cubes "nur" im WLAN.

Einrichtung

Wie schon zuvor der Connector, lassen sich die Cubes recht einfach ins Netzwerk integrieren. Ich habe sie zum ersten Einrichten noch über Kabel an den Switch gesteckt - war nicht gefordert aber nach meiner Logik war das der einfachste Weg um sicher zu stellen, dass der Connector die Cubes findet. Also einschalten, Setup Button drücken, etwas warten und fertig!

In der Controller App habe ich nun 2 Räume zur Auswahl und kann diese entweder zu einer Hörzone zusammen fassen oder getrennt ansteuern. Üblicherweise setze ich Küche und Wohnzimmer in eine Hörzone wenn ich schon in beiden Räumen Musik hören will - aber es ist gut, dass man trennen kann. Funktionieren tut das perfekt und die Musik ist wirklich in beiden Räumen wunderbar synchron und natürlich ist dennoch die Lautstärke separat wählbar.

Die Boxen hängen bei mir nun an Wandhaltern (Teufel) - es liegen jedoch vibrationsabsorbierende Füße bei wenn man sie stehend platzieren kann. Ich hatte nicht den passenden Platz um sie hin zu stellen und eine sinnvolle Klangabstrahlung in den Raum zu bekommen. Bei den Wandhaltern sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass die Boxen pro Stück über 4kg haben und deshalb schon ordentlich Wandhalter besorgt werden müssen!

Klang

Jetzt wird es spannend ... wie klingen die Cubes?
Ich höre recht viel gittarrenlastiges Zeug (Akustik Gitarre) und dabei sind sie der Hammer! Die Höhen sind sehr akzentuiert und punktgenau ohne blechern zu klingen. Der Bass ist durchaus ausgeprägt und bei passenden Tracks machen die kleinen Cubes ganz ordentlich Druck. Auch in den Mitten habe ich keinen Grund zur Beanstandung - sie sind sauber und präzise.
 Im Vergleich zum Wohnzimmer muss ich sagen, dass sie deutlich "schärfer" im Klang sind als mein Teufel 5.1 System im Wohnzimmer. Die Wohnzimmerboxen klingen mit dem 5.1 Receiver einfach etwas weicher was ab wohl sehr stark am Receiver liegt dessen Fokus doch eher Filmsound ist. Je nach Track ist das durchaus angenehmer als auf den Cubes. Prezier Klang ist eben ein zweischneidiges Schwert - gerade bei Singer-Songwriter Sachen phänomenal aber sphärischere Tracks klingen dann etwas zu hart für meinen Geschmack. Es ist aber auch klar, dass ich hier auf sehr hohem Niveau jammere und Geschmäcker verschieden sind...

Ich fahre die Boxen auf recht niedrigem Lautstärkelevel denn sie würden wohl auch mein Wohnzimmer ausreichend beschallen. Die knapp mehr als 10m² Küche würden sie schnell mit Clublautstärke fluten (aber mit ordentlichem Klang). Wenn mein Nachbar mal ein Battle starten will ... ich bin gerüstet :P

Täglicher Gebrauch

Hier möchte ich vorab sagen, dass ich unheimlich happy mit dem gesamten System bin! Mein Musikkonsum ist dramatisch angewachsen - vor allem deshalb weil nun meine gesamte Musiksammlung in jedem Raum nur einen Klick entfernt ist. Vorher hatte ich meist einfach Radio laufen (Danke an FM4 an dieser Stelle für die sehr angenehme Musikauswahl - ich höre immer noch gerne Radio) weil es auch im Wohnzimmer umständlich war Musik aus der Sammlung zu spielen. Nun sind es nur ein paar Klicks am Tablett oder Handy und das ist schon ein gravierender Unterschied. Wer sich schon mal mit einer Fernbedienung durch eine größere Musiksammlung gegraben hat, der versteht sicher was ich meine.

Ich habe die Cubes jetzt ungefähr ein Monat in Betrieb und bisher keine größeren Probleme. Wenn man den Host abdreht während die Boxen laufen, hatte ich einmal den Fall, dass sie dann nicht mehr zusammen gefunden haben. 

Did you try turning it off and on again? Jup that worked :D

Da ist wohl irgendwo ein Timeout in der Firmware schlagend geworden aber ist erst einmal passiert und es gibt auch laufen Updates. Das ist für mich kein großes Thema und ich kann nicht mal sagen ob das letzte Update diesen Bug nicht schon behoben hat weil ich es nicht bewusst reproduzieren kann (ok ich gebe zu ich habe nicht viel Zeit investiert). Generell finde ich aber die Politik von Teufel gut, immer wieder Updates bereit zu stellen. Die Controller App meldet sich dann mit dem Update und die Installation ist in ein paar Minuten erledigt ohne, dass man etwas tun muss außer auf "Ja jetzt updaten" klicken.

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings - kein Deal Breaker für mich aber es ist ein Makel an diesen sonst genialen Boxen: im Standby geben sie einen leisen Pfeifton von sich. Das verschwindet sobald sie aktiv sind und ist auch nur hörbar wenn man daneben steht aber das sollte nicht so sein. Ich habe leider in Reviews schon davon gelesen aber Teufel sieht das anscheinend nicht als Fehler (ich habe aber noch nicht persönlich angefragt). Für mich klingt es nach einem Kondensator aber ich werde die Dinger nicht aufschrauben um das zu bestätigen. Wie gesagt es ist leise und im Normalfall hört man es nicht - steht der Master aber etwa neben dem Bett dann kann ich mir durchaus vorstellen, dass das zu viel ist. 

Für mich sind die Cubes dennoch Ihren Preis wert und ich möchte sie auf keinen Fall mehr missen. Das schöne ist ja auch, dass Teufel jedem Probehören zugesteht und man die Boxen bei Nichtgefallen zurück schicken kann. Für mich kein Thema ;)


Mittwoch, 14. Mai 2014

Review: Teufel Raumfeld Connector²

Nach langem Überlegen habe ich mich nun endlich dazu durch gerungen eine ordentliche Streaming Lösung umzusetzen. Mein Ausgangspunkt war der Wunsch endlich auch in der Küche Musik zur Verfügung zu haben. Dort steht aktuell nur ein Radiowecker über den Radio läuft. Das ist natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss aber der Leidensdruck war nie groß genug um wirklich etwas daran zu ändern.

Von Anfang an war klar, dass ich auf meine Musiksammlung zugreifen möchte, die am Server abgelegt ist. Das ganze soll dann natürlich auch einen guten Klang haben, intuitiv und angenehm in der Bedienung sein und, soweit das überhaupt möglich ist, auch zukunftssicher sein.

Ich habe zuerst im Bereich der Kompaktanlagen gesucht und wurde nicht wirklich fündig. Es gibt zwar Unmengen die grundsätzlich die Anforderungen erfüllen aber sobald man etwas ordentliches haben möchte wo auch FLAC, Gapless Play usw geht, ist man schnell ein paar hundert Euro los und hat dann fast immer irgendwelche Apple Docking Stations mit gekauft. Brauche ich nicht, will ich nicht.

Nun gut also habe ich dann bei +Lautsprecher Teufel vorbei geschaut. Ich habe bereits meine Wohnzimmer Boxen von denen und bin damit absolut zufrieden! Teufel hat sich des Themas Streaming sinnvoll angenommen und das Raumfeld Multiroom Streaming System an den Start gebracht.

Die Grundidee ist, dass man in den Räumen einfach Boxen aufstellt, die den Verstärker eingebaut haben und sich per WLAN an die Musiksammlung anbinden bzw. Streams aus dem Netz empfangen. Kontrollieren kann man das Ganze dann über Apps für Android und auch iOS oder über einen eigenen, recht teuren, Controller. Nun ja, Telefon und Tablett liegen bei mir sowieso herum ;)

Als ersten Test habe ich nun den Raumfeld Controller² bestellt und in Betrieb genommen. Dieser ist die Verbindung zur vorhandenen Anlage im Wohnzimmer und fungiert auch gleich als Basis für den folgenden Multi-Room Setup. Ich dachte mir, das ist auf jeden Fall ein guter Einstiegspunkt denn das Musik streamen über meine WDTV Live ist ja auch nicht ideal. Dauernd den Fernseher einschalten und mit Fernbedienung durch die Listen navigieren nervt. Teufel bietet auch ein Rückgaberecht um das Equipment einfach mal zu testen und so ist der Schritt dann doch nicht so schwer. Klar, ganz billig ist das Raumfeld System nicht aber wenn es etwas ordentliches sein soll bin ich gerne bereit auch etwas dafür zu zahlen.

Raumfeld Connector² 

Der Connector (Amazon) ist ein wunderbar schlichtes Kästchen mit einem großen Button und den nötigen Anschlüssen auf der Rückseite. Es wird alles mitgeliefert was man für das Setup benötigt - vom Chinch- bis zum Netzwerkkabel. Das Netzwerkkabel braucht man nicht wirklich weil die Box natürlich per WLAN angebunden werden kann aber es geht nun mal nichts über Kupfer und ich habe ohnehin einen Switch bei der Anlage stehen.

Ich habe überlegt über den optischen Ausgang auf die Anlage zu gehen aber Teufel hat ja ordentlich D/A Wandler verbaut und die dürfen ruhig zum Zug kommen.

Setup

Die gesamte Einrichtung geht sehr flott von der Hand und sollte niemandem Probleme bereiten. Nachdem die Box verkabelt ist, installiert man die Raumfeld App, in meinem Fall aus dem Play Store, und folgt den Anweisungen. Für das initiale Pairing gibt es auf der Box hinten einen Taster und danach wird sie in der App sofort gefunden. Man gibt noch das WLAN Passwort an und schon kann man beginnen seine Musikquellen einzurichten.

Ich nutze Mediatomb als DLNA Streaming Service auf meinem Home Server aber man könnte auch einfach die Netzwerkfreigabe einhängen. Der erste Abgleich dauert, je nach Sammlungsgröße, ein wenig aber das war ja zu erwarten. Nach dem Scan kann man schon loslegen und in der wirklich gut gelungenen App Musik auswählen.


Die Musik wird dabei direkt über das Netzwerk geholt und nicht über das Tablet/Handy geschleust - die App fungiert nur als Controller. Es gibt natürlich auch Playlisten und Shuffle Modi die auch die Voreinstellungen für die meistgehörten Interpreten bieten.
Man kann natürlich auch direkt vom Tablet oder Handy streamen so man das den möchte. Auf meinen Geräten liegt keine Musik die nicht auch am Server wäre und damit ist das für mich irrelevant. Trotzdem ist es gut das zu können - so können auch Gäste zur Musikauswahl beitragen ;)

Über dem Lautstärkeregler in der App findet sich die Auswahl der Wiedergabegeräte und darüber steuert man dann auch an wo man was hören will oder ob auf allen Ausgabegeräten das selbe gespielt werden soll. Dazu kann ich aktuell leider noch nichts sagen den der Connector ist, wie gesagt, mein erstes Gerät.

Das reichhaltige Angebot an Internetradios ist über TuneIn, die App kennt man ja, angebunden und ist ebenso nur einen Touch entfernt. Meine üblichen Streams starten am Connector deutlich flotter als auf der WDTV.

Klang & Bedienung

Das Wichtigste ist natürlich der Klang und hier muss ich sagen, dass die Wiedergabe der selben Datei, nach meinem Gefühl, deutlich besser klingt als zuvor über den WDTV. Das ist sicher subjektiv aber es klingt etwas sauberer. Hat man keine ordentlichen MP3s oder FLACs so ist das natürlich irrelevant aber dann würde ich auch davon abraten ernsthaft Geld für eine Stereoanlage oder Streaminglösung auszugeben.

Die Bedienung über die App funktioniert wirklich sehr angenehm und intuitiv. Ich hatte etwas Angst wie Raumfeld mit mehreren Controllern umgehen wird - also mehrere User am Tablet und auch am Telefon. Ich war sehr positiv überrascht denn es gibt überhaupt keine Problem. Dadurch, dass alles über die Box gehandelt wird und die App nur das User Interface dazu ist, ist es auch egal mit welchem Gerät man gerade verbindet. Man erhält sofort die volle Sammlung und aktuelle Wiedergabe angezeigt. Einziger Unterschied wären die lokalen Quellen am Tablet oder Telefon welche bei mir aber weg fallen. Das ist wirklich schön gelöst.

Die App verbindet sich bisher absolut zuverlässig und schnell. In einigen Reviews liest man gerade hier von Schwächen die ich aber, zumindest bis jetzt, nicht bestätigen kann. Kann natürlich sein, dass die durch meine Anbindung per Netzwerkkabel verschwinden und ich vergebe auch eine statische IP über den Router womit die Anbindung jederzeit sauber funktioniert. Über WLAN, gerade bei schlechter Verbindung, kann ich mir da, zumindest theoretisch, diverse Probleme vorstellen.

Fazit

Dieser erste Test, in zugegeben kleinem Umfang, hat mich bisher völlig überzeugt. Genau so muss Streaming funktionieren! Man kann sicher auch billiger eine Streaminglösung bekommen aber das Raumfeld System funktioniert intuitiv und sowohl Verarbeitung als auch der Klang sind Spitze.

Ich werde die nächsten Tage noch etwas weiter damit herumspielen und Musik genießen aber ich bin jetzt schon sehr sicher, dass ich zeitnahe die Raumfeld One Box für die Küche bestellen werde. Ich kann in der Küche leider, aus Platzgründen, nicht 2 Boxen ordentlich anbringen und so ist diese eine Box eine gute Alternative. Was mir auch sehr gefällt sind die Buttons über die man vordefinierte Quellen direkt aufrufen kann. 


Nachtrag 1:
Ha jetzt sind es doch die Cubes geworden. Der Raumfeld One ist gerade nicht lieferbar und wirklicher Stereo Klang ist ja doch was feines. Irgendwie bekomme ich die Cubes schon im Zimmer montiert :)

Nachtrag 2:
Hier mein Review zu den Raumfeld Cubes

Freitag, 14. März 2014

Post scannt Ausweise

Ich bin ja ein großer Freund des online Bestellens. Anbieter wie Amazon liefern mir ganz einfach genau das was ich will völlig unkompliziert und sicher nach Hause. Ich gehe schon auch lokal einkaufen aber bei vielen Dingen ist das einfach nur anstrengend. Gerade wenn man etwas spezielleres haben möchte hört man meist "können wir ihnen bestellen" ... tja das kann ich selber auch, dafür brauche ich nicht euren Aufschlag mit zu bezahlen!

Mein Hauptladen ist dabei ganz klar Amazon und die verschicken alles über die +Österreichische Post AG.
Bisher war mir das immer absolut recht denn sie sind schnell, zuverlässig und wenn man nicht zuhause ist, was meist der Fall ist, so ist mein Postamt recht nahe. Also heim kommen, Zettel aus dem Briefkasten holen und schnell das Paket abholen.

Bisher war es so, dass am Postamt dann immer wieder mal der Ausweis herzuzeigen ist damit die das Paket nicht irgend jemandem geben. Empfinde ich als übertrieben da ich ja den Zettel habe aber ich verstehe, dass sie es irgendwie bestätigen müssen.

Seit neuestem ist es aber so, dass die dort meinen Führerschein einscannen wollen! Die wollen tatsächlich eine Kopie meines Ausweises nur weil ich ein Paket abhole! Wenn es ein RSA Brief ist, dann kann ich das ja noch irgendwie verstehen aber bei einem Paket sicher nicht.

Diese Daten sind natürlich für die Post interessant denn die liefern nicht nur Post aus, sondern verkaufen auch Information an Werber. Siehe dazu den Artikel der Arge Daten. Der Artikel bestätigt meine Vermutung, dass die ihr Profil zu den einzelnen Empfängern aufwerten wollen und das geht natürlich toll wenn man amtliche Ausweisdaten hat! Damit verkauft man dann wirklich verifizierte Identitäten und bekommt gleich noch eine Daten wie welchen Führerschein Typ man hat, ein Bild, Geburtsdatum usw.

Diese Informationen sind jetzt zwar sicher nicht geheim aber ich sehe absolut nicht ein warum ich diese der Post zugänglich machen sollte! Ich bin jetzt zwar sicher kein fanatischer Datenschützer oder sehr knauserig mit meinen Daten aber beim Ausweis beginnen bei mir sämtliche Alarmglocken zu schrillen.

Ich habe natürlich gleich mal bei der Post angefragt was das soll und ich möchte die Antwort hier vollständig beilegen damit sich jeder selbst ein Bild machen kann.

Wie Sie selbst sicher schon einmal gesehen haben, haben unsere MitarbeiterInnen bei der Abholung von eingeschriebenen Briefen, EMS-Sendungen und Paketen bis jetzt Ihre Ausweisdaten händisch notiert. Um Wartezeiten zu verkürzen und schneller agieren zu können, haben wir versucht dies zu vereinfachen und uns zur Scannung der Ausweise entschieden.Dabei erfassen wir dieselben Daten, die wir bis jetzt händisch notiert haben: Name, Ausweisart, Ausweis-Nummer, Ausstellungsbehörde und Geburtsdatum (falls vorhanden). Überprüfen können Sie das auf dem Display des Unterschriftenpads – neben dem Unterschriftenfeld sehen Sie, welche Daten wir vorgemerkt haben. 
Versichern möchten wir, dass diese Daten ausschließlich gespeichert werden, um die rechtmäßige Übergabe einer Sendung zu dokumentieren. Deshalb speichern wir die Daten auch nur, im Rahmen unserer Haftungs- und Nachforschungsfristen eine Reklamation nach einer vermissten Sendung einzureichen – für die Dauer von bis zu sechs Monaten. 
Nach endgültigem Abschluss des Zustellvorganges (längstens sechs Monaten) löschen wir also Ihre Daten, die für die Dauer der Nachforschungsfrist auf speziell gesicherten Servern im Rechenzentrum des Unternehmens gespeichert werden. Die Österreichische Post AG handelt selbstverständlich im Einklang mit den betreffenden Bestimmungen des Datenschutzgesetzes. 
Außerdem bestätigen wir hiermit gerne, dass wir Ihre Daten auf keinen Fall für etwas anderes als zur Dokumentation der Übergabe verwenden und sie NICHT an Dritte weitergeben. 
Nun ja - die übliche Handhabe bisher war, dass man kurz den Ausweis geprüft hat aber nur sehr selten irgend etwas abgeschrieben wurde. Diese Informationen sind ja auch unerheblich für die Zustellung des Pakets!

Grundsätzlich ist die Argumentation auch für mich nachvollziehbar denn wenn man wirklich alles händisch aufschreiben würde, dann wäre das echt einiges an Arbeit. Ich hätte aber auch da bereits ein Problem weil sie das nichts angeht. Der Scan ist aber nochmal eine ganz andere Liga und das alles wird elektronisch gespeichert.

In einer Zeit nach Snowden wissen wir alle, dass diese Daten nicht sicher sind. Nun ja eigentlich wusste man es schon vorher aber nun ist es bestätigt. Der Punkt hier ist, dass Ausweisdaten jedes Postkunden - also mal so grob 80% der Bevölkerung - auf den Servern der Post liegen. Also in meinen Augen ist das ein primäres Angriffsziel und ich traue der Post nicht zu sich ausreichend gegen groß angelegte Einbrüche in ihr System wehren zu können. Die Liste der Firmen die Unmengen an Daten verloren haben ist unheimlich lange und da sind technisch deutlich versiertere dabei als die Post. Kurz gesagt ich traue ihnen nicht zu solche Daten ausreichend schützen zu können.

Mein Hauptansatzpunkt ist aber, dass diese Daten nicht benötigt werden. Wenn ich mir das Zeug in die Firma schicken lasse oder arbeitslos bin , dann bekommen sie gar nichts davon. Ich sehe hier also deutlich eine Ausrichtung der Datensammlung auf die erwerbstätige Bevölkerung. Die Option mit in die Firma schicken lassen hat ja auch nicht jeder! Diese Informationen sind natürlich für den Adressenhandel unheimlich interessant auch wenn sie sagen die Daten gehen nicht an Dritte weiter. Diese Formulierung ist so schwammig, dass man damit trotzdem noch so ziemlich alles tun kann ohne zu lügen - ist nur eine Frage der Interpretation.

Für mich bedeutet das erst mal, dass ich Pakete in die Firma schicken lasse und überall wo es nur geht andere Versanddienstleister nutze. Die Zeiten wo die Post die einzige Option war, sind ja zum Glück vorbei.

Ich persönlich werde dennoch alles versuchen sie zu überzeugen das bleiben zu lassen. Umso mehr Leute sich beschweren umso besser also schreibt ihnen mal ein nettes Mail wenn ihr so denkt wie ich: Kontaktformular Da gibt es sogar einen Punkt Datenschutz ;)

In Deutschland wurden die Ausweiskopien ja bereits verboten (z.B. hier nachlesen).



Freitag, 28. Februar 2014

Festplattenabgabe

Irgendwie tut es Not, dass ich mal meinen Senf zur Diskussion über die Festplattenabgabe hier in Österreich abgebe.

Hintergrund:

Im österreichischen Urheberrechtsgesetz gibt es ein Recht auf Privatkopie und um das auszugleichen wurde 1980 die Leerkassettenvergütung eingeführt. Die Idee dabei war, dass man legal, etwa vom Radio, auf Kassetten aufnehmen konnte und so seine Musik hatte ohne das Album zu kaufen. 

Gratis ist natürlich immer super aber diese Argumentation macht durchaus Sinn. Die Urheber sollen für ihre Arbeit entlohnt werden. Lassen wir hier mal außen vor was eventuell in den Verwertungsgesellschaften schief läuft. Ich habe da deutlich zu wenig Einblick und bin auch kein Musiker somit gehen wir hier einfach mal davon aus, dass die redlich arbeiten und die Künstler ihren Anteil bekommen.

Die Kassetten die man damals gekauft hat, konnte man eigentlich nur für Musik verwenden - ja klar theoretisch auch für Daten aber das fällt nicht ins Gewicht. Die Vergütung wird also auf jede verkaufte Kassette aufgeschlagen - soweit so gut. 
Mit dem technischen Fortschritt wurde das dann auf CD-Rohlinge ausgeweitet. Hier gibt es zwar bereits eine gewisse Diskrepanz denn CDs werden sehr wohl zu einem erheblichen Teil auch für Daten genutzt. Dennoch möchte ich hier unterstellen, dass damals, als CDs noch state-of-the-art waren, wohl doch ein Großteil für Musik verbraucht wurden. Heute ist das wohl immer noch so denn für Daten ist ein USB-Stick doch viel handlicher.

Die meisten Audio CDs waren bis vor einiger Zeit jedoch mit einem Kopierschutz ausgestattet. Der Kopierschutz beraubt mich, als österreichischer Staatsbürger, meines Rechts auf Privatkopie. Einen Kopierschutz zu brechen ist illegal und daher konnte das Recht nicht mehr ausgeübt werden. Das hat die Verwerter natürlich nicht davon abgehalten weiter die Vergütung zu verlangen. Das finde ich rechtlich schon mal sehr schwierig aber die Zeiten sind ohnehin vorbei.
Die meisten CDs kommen heute ohne Kopierschutz aber das liegt nicht am österreichischen Recht sondern daran, dass die Musikkonzerne eingesehen haben, dass man Leute die eine CD gekauft haben nicht verarschen sollte. CDs mit Kopierschutz haben diverse Probleme gemacht und konnten in CD-Playern oder Autoradios teilweise nicht abgespielt werden. Es ist einfach eine schlechte Idee die Leute die Musik kaufen dann auch noch zu bestrafen wenn es ganz einfach geht die Musik auch gratis im Netz zu finden.

Situation heute:

Die Musikindustrie hat mittlerweile kapiert, dass man die Nutzer nicht für dumm verkaufen sollte. Sie hat eingesehen, dass es viel mehr Sinn macht es den Menschen einfach zu machen Musik zu kaufen und sie, so wie sie wollen, abzuspielen. Es gibt heute zig Portale wo man extrem einfach seine Musik als MP3 kaufen kann und, siehe da, genau das wird gemacht. Die meisten Leute haben überhaupt kein Problem damit Geld für Ihre Musik zu bezahlen - es muss nur einfach sein. Warum sollte man lange nach einem illegalen Download suchen wenn man für ein paar Euro das gesamte Album in Top Qualität kaufen kann? Klar es wird immer jemanden geben der den illegalen Weg geht aber der Großteil wird kaufen.

Die Musikindustrie hat das verstanden, die Filmindustrie noch nicht aber das wird sich schon regeln wenn sie genug geblutet haben. Diese Geschäftsmodelle aus der Zeit vor dem Internet sind einfach tod und sie werden nie wieder funktionieren. Da kommt sicher noch einiges auf uns zu aber die Musikindustrie hat es vorgemacht, zuerst wird irgendwie versucht am Modell fest zu halten aber irgendwann kapieren sie es. Siehe Netflix in den US - es geht und die Leute zahlen gerne dafür.

Ok ich habe also Musik gekauft - naja die will ich natürlich auch abspielen. 
Option 1: Streaming direkt aus dem Netz
Option 2: Herunterladen auf das Gerät auf dem ich abspiele
Option 3: Herunterladen und auf alle Geräte verteilen
Option 4: Herunterladen und lokal streamen

Bei der Option 3 kann man argumentieren, dass hier eine Vervielfältigung erfolgt und das de-facto eine Privatkopie ist. Alle anderen Varianten sind keine Privatkopie denn dabei mache ich keine Kopie sondern habe nur einen Stand und für den habe ich verdammt nochmal bezahlt. 
Der Punkt ist hier nur, dass das nicht mal die Musikkonzerne so sehen denn sonst dürfte iTunes, Google Play usw die Musik nur auf ein Gerät legen und das ist einfach nicht der Fall. Die Musikindustrie hat also verstanden, dass der User Musik kauft um sie zu nutzen und zwar so wie er das eben tut. Unterwegs übers Telefon/MP3 Player und zuhause am Rechner oder wie auch immer. Ein Nutzer hört seine Musik und das eben auf mehreren Geräten weil das heute nun mal so ist. Würde man wieder beginnen das einzuschränken boomen sofort wieder die Tauschbörsen denn der Nutzer wird immer den einfachsten Weg gehen. 

Nur damit ich es mal erwähnt habe - genau das selbe gilt natürlich auch für eBooks. Ich verwende einen Kindle und jedes einzelne Buch darauf ist gekauft. Am Rechner ist ebenso die Kindle App installiert und damit liegt das Buch auch im Cache der App. Ich habe darauf aber keinen Zugriff und kann sie nicht vervielfältigen ohne den Kopierschutz zu brechen. Und nur mal um das Verhältnis darzustellen ...  ich habe so um die 30 Bücher am Kindle und die brauchen gemeinsam weniger Speicherplatz als ein einziges meiner 36MP RAWs der D800.

Festplattenabgabe:

http://en.wikipedia.org/wiki/File:Hard_disk_head_crash.jpg
Wie ich schon angemerkt habe, ist nur eine Variante wie man die Musik hört, theoretisch eine Privatkopie, die anderen nicht. Nun kommen die Verwerter auf die Idee, dass auch auf Festplatten die Leerkassettenvergütung eingehoben werden soll. Das ist aus dem Grund verständlich, dass ihnen die Einnahmen aus den klassischen Medien weg fallen weil diese heute fast niemand mehr nutzt. Soweit so verständlich aber schauen wir doch mal was auf einer Festplatte rumliegt. Einfach mal meine Infrastruktur als Beispiel...

Ich habe folgende Geräte und Platten:
Server: 2 Disks (System und Daten)
PC: 2 Disks (System und Daten)
Laptop: 1 Disk
Mehrere CF und SD cards für die DSLR
Telefon und Tablett
3 Backup Disks

Wir haben hier also 8 Festplatten, mehrere Speichermedien sowie nochmal Speicher im Tel und Tablett. Wenn es nach den Verwertern geht soll ich jetzt für alle diese Speicher die Vergütung abdrücken aber was ist wirklich drauf? 
2 Festplatten sind pure Systemplatten - da sind nie Medien drauf
1 Datenplatte im Server speichert in der Tat Medien aber das sind die gekauften Erstmedien und können daher nicht gerechnet werden
1 Platte im PC enthält Dokumente (generell diverse Daten) und Unmengen von RAW Files sowie ausgearbeitete JPEGs aus der Kamera. Ich bin der Urheber und verbrauche damit für meine eigenen "Werke" den meisten Platz. Auch diese Disk fällt aus der Rechnung raus.
Der Laptop ist nur für mobiles Arbeiten - dort ist nicht eine Mediendatei gespeichert.
Die Speicherkarten der Kamera werden niemals urheberrechtlich relevante Daten außer meinen eigenen sehen und können daher nicht abgabepflichtig sein.
Telefon und Tablett enthalten primär Apps sowie die zugehörigen Daten. Ich streame einen Großteil und der Google Play cached dabei die Daten am Gerät. Ich kann die Daten nicht direkt zugreifen weil sie in einem geschützten Bereich liegen. Sie sind damit operative Daten aus dem Caching und keine Privatkopie was auch in irgend einem Urteil fest gemacht wurde (ich suche das jetzt nicht raus aber da gab es etwas).
Damit bleibt eine Backup Disk des Servers die in der Tat einen Backup meiner Musik enthält. Das sind aber nur ungefähr 10% der Kapazität. Die zweite und dritte Backup Disk enthält wieder meine Fotos die doppelt gesichert sind sowie meine restlichen Daten (einmal gesichert).

Die Verwerter kommen jetzt und meinen ich soll für jedes Speichermedium die Leerkassettenvergütung abdrücken? Da kann ich nur sagen "ihr lauft ja nicht ganz rund". Es ist einfach nicht argumentierbar warum ich für diese Disks Geld abdrücken soll nur weil ich theoretisch "Material der Verwerter" darauf speichern könnte. WTF in welcher Zeit leben wir? Heute ist ganz einfach alles nur ein Haufen Bits die auf einem Datenträger gespeichert sind!

Der Wert des geistigen Eigentums

Ich möchte hier ganz klar sagen, dass ich dafür bin, geistiges Eigentum zu schützen. Ich sage nicht, dass alles geschützt sein muss denn ich verwende für meine Dinge aus Prinzip Creative Commons Lizenzen aber wenn jemand etwas geschaffen hat, dann soll ihm das auch etwas einbringen können sofern er das will. Ich will hier auch gar nicht tiefer auf die Thematik des Urheberrechts eingehen denn da ist einiges zumindest sehr seltsam aber das ist ein anderes Thema. 

Was mir jedoch zentral wichtig ist, ist der Punkt, dass man sehr wohl etwas für seine Leitung verlangen kann aber nicht dann wenn ich diese Leistung nicht nutze. Ich habe einiges von österreichischen Artists auf der Platte und fördere diese Künstler extrem gerne indem ich Ihre Alben kaufe, wenn ich einen Künstler aber nicht kaufe/nutze/höre dann bekommt er von mir auch kein Geld.

Der österreichische Staat hat eine ganze Reihe von Kunstprojekten und die Kunst wird in Österreich klar gefördert. Ich finde das gut und zahle dafür gerne meine Steuern.

Was ich nicht einsehe, ist, dass ich nochmal Geld abdrücken soll für etwas was ich bereits gekauft habe. Wie komme ich dazu den Verwertern Geld zu geben weil theoretisch irgendwelche Musik auf meinen Medien gespeichert sein könnte? 

Ich verstehe, dass manche Künstler jammern wenn weniger Geld über den alten Weg rein kommt - wer jammert nicht wenn er weniger bekommt? Rechtfertigt das aber diese Form wo man, ohne jeglichen argumentierbaren Anspruch, einfach verlangt, dass dafür zu bezahlen ist? Aus meiner Sicht ist das Wegelagerei und sonst nichts. Das alte Geschäftsmodell bricht ein und die die davon leben versuchen natürlich es am Laufen zu halten. Korrekt ist es deshalb aber genau sowenig wie jemanden auf der Straße zu überfallen weil man gerade kein Geld hat.

Es gibt bei uns nun mal kein bedingungsloses Grundeinkommen - das gilt für Künstler genauso wie für den Rest der Bevölkerung. Wenn man Geld will, muss man etwas schaffen wofür auch jemand bezahlt will und wenn niemand dafür zahlen will ... naja dann hat man ganz einfach Pech gehabt. Ich kann auch nicht zu meinem Chef gehen und ihm erklären, dass ich ganz tolle Software gebaut habe die zwar überhaupt keinen Nutzen für die Firma hat aber ich will trotzdem Geld. Hmm ich kann es versuchen aber ich werde scheitern und das absolut zurecht. Macht ein Artist Musik die sich leider nur an 100 Leute verkaufen lässt, dann wird er davon nicht leben können. Tja ist eben blöd gelaufen, better luck next time. 

Ich finde Kunst ist ein wichtiger Bestandteil der Kultur und hat einen Wert für die Gesellschaft aber das rechtfertigt nicht von mir Geld zu verlangen weil ich meine eigenen Fotos speichern möchte! 
In was für einen verdrehten Welt leben diese Leute eigentlich um das ernsthaft fordern zu können?