Freitag, 20. Juni 2014

Review: Teufel Raumfeld Cubes

Ich habe hier ja schon über meinen neuen Streaming Setup mit Teufel Raumfeld geschrieben. Heute möchte ich das Review zu den Cubes (Amazon) nachreichen die bei mir nun die Küche beschallen.

Die Cubes sind, wie der Name schon sagt, in Würfelform mit einer Seitenlänge von knapp 20cm. Wen die genauen Specs interessieren findet diese hier.

Die Cubes sind, wie alle Raumfeld Boxenpaare, als Master-Slave ausgeführt. Im Master ist der Verstärker usw verbaut und der zweite wird dann darüber angesteuert. Die Verbindung ist dabei mit einem 6.3 Klinkenkabel ausgeführt - 2m liegen bei aber wer die Boxen weiter auseinander stellen will, muss ein längeres Kabel mit kaufen wenn man nicht basteln anfangen möchte.

Die Master Box verfügt über einen Ein/Aus Taster an der Vorderseite sowie Tasten für die Lautstärkereglung. Auf der Rückseite findet sich ein Netzwerkport, der Netzanschluss mit Netzschalter, ein Line-In und natürlich die Buchse für das Kabel zur 2. Box.

Grundsätzlich können die Cubes als Host für ein gesamtes Raumfeld System fungieren. Beim Raumfeld System ist ein Gerät immer als Host dafür zuständig, dass sich die Boxen untereinander finden und eben auch angesteuert werden können. In meinem Fall verwende ich den Connector im Wohnzimmer als Host weil der per Kabel am Netzwerk hängt und nicht wie die Cubes "nur" im WLAN.

Einrichtung

Wie schon zuvor der Connector, lassen sich die Cubes recht einfach ins Netzwerk integrieren. Ich habe sie zum ersten Einrichten noch über Kabel an den Switch gesteckt - war nicht gefordert aber nach meiner Logik war das der einfachste Weg um sicher zu stellen, dass der Connector die Cubes findet. Also einschalten, Setup Button drücken, etwas warten und fertig!

In der Controller App habe ich nun 2 Räume zur Auswahl und kann diese entweder zu einer Hörzone zusammen fassen oder getrennt ansteuern. Üblicherweise setze ich Küche und Wohnzimmer in eine Hörzone wenn ich schon in beiden Räumen Musik hören will - aber es ist gut, dass man trennen kann. Funktionieren tut das perfekt und die Musik ist wirklich in beiden Räumen wunderbar synchron und natürlich ist dennoch die Lautstärke separat wählbar.

Die Boxen hängen bei mir nun an Wandhaltern (Teufel) - es liegen jedoch vibrationsabsorbierende Füße bei wenn man sie stehend platzieren kann. Ich hatte nicht den passenden Platz um sie hin zu stellen und eine sinnvolle Klangabstrahlung in den Raum zu bekommen. Bei den Wandhaltern sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass die Boxen pro Stück über 4kg haben und deshalb schon ordentlich Wandhalter besorgt werden müssen!

Klang

Jetzt wird es spannend ... wie klingen die Cubes?
Ich höre recht viel gittarrenlastiges Zeug (Akustik Gitarre) und dabei sind sie der Hammer! Die Höhen sind sehr akzentuiert und punktgenau ohne blechern zu klingen. Der Bass ist durchaus ausgeprägt und bei passenden Tracks machen die kleinen Cubes ganz ordentlich Druck. Auch in den Mitten habe ich keinen Grund zur Beanstandung - sie sind sauber und präzise.
 Im Vergleich zum Wohnzimmer muss ich sagen, dass sie deutlich "schärfer" im Klang sind als mein Teufel 5.1 System im Wohnzimmer. Die Wohnzimmerboxen klingen mit dem 5.1 Receiver einfach etwas weicher was ab wohl sehr stark am Receiver liegt dessen Fokus doch eher Filmsound ist. Je nach Track ist das durchaus angenehmer als auf den Cubes. Prezier Klang ist eben ein zweischneidiges Schwert - gerade bei Singer-Songwriter Sachen phänomenal aber sphärischere Tracks klingen dann etwas zu hart für meinen Geschmack. Es ist aber auch klar, dass ich hier auf sehr hohem Niveau jammere und Geschmäcker verschieden sind...

Ich fahre die Boxen auf recht niedrigem Lautstärkelevel denn sie würden wohl auch mein Wohnzimmer ausreichend beschallen. Die knapp mehr als 10m² Küche würden sie schnell mit Clublautstärke fluten (aber mit ordentlichem Klang). Wenn mein Nachbar mal ein Battle starten will ... ich bin gerüstet :P

Täglicher Gebrauch

Hier möchte ich vorab sagen, dass ich unheimlich happy mit dem gesamten System bin! Mein Musikkonsum ist dramatisch angewachsen - vor allem deshalb weil nun meine gesamte Musiksammlung in jedem Raum nur einen Klick entfernt ist. Vorher hatte ich meist einfach Radio laufen (Danke an FM4 an dieser Stelle für die sehr angenehme Musikauswahl - ich höre immer noch gerne Radio) weil es auch im Wohnzimmer umständlich war Musik aus der Sammlung zu spielen. Nun sind es nur ein paar Klicks am Tablett oder Handy und das ist schon ein gravierender Unterschied. Wer sich schon mal mit einer Fernbedienung durch eine größere Musiksammlung gegraben hat, der versteht sicher was ich meine.

Ich habe die Cubes jetzt ungefähr ein Monat in Betrieb und bisher keine größeren Probleme. Wenn man den Host abdreht während die Boxen laufen, hatte ich einmal den Fall, dass sie dann nicht mehr zusammen gefunden haben. 

Did you try turning it off and on again? Jup that worked :D

Da ist wohl irgendwo ein Timeout in der Firmware schlagend geworden aber ist erst einmal passiert und es gibt auch laufen Updates. Das ist für mich kein großes Thema und ich kann nicht mal sagen ob das letzte Update diesen Bug nicht schon behoben hat weil ich es nicht bewusst reproduzieren kann (ok ich gebe zu ich habe nicht viel Zeit investiert). Generell finde ich aber die Politik von Teufel gut, immer wieder Updates bereit zu stellen. Die Controller App meldet sich dann mit dem Update und die Installation ist in ein paar Minuten erledigt ohne, dass man etwas tun muss außer auf "Ja jetzt updaten" klicken.

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings - kein Deal Breaker für mich aber es ist ein Makel an diesen sonst genialen Boxen: im Standby geben sie einen leisen Pfeifton von sich. Das verschwindet sobald sie aktiv sind und ist auch nur hörbar wenn man daneben steht aber das sollte nicht so sein. Ich habe leider in Reviews schon davon gelesen aber Teufel sieht das anscheinend nicht als Fehler (ich habe aber noch nicht persönlich angefragt). Für mich klingt es nach einem Kondensator aber ich werde die Dinger nicht aufschrauben um das zu bestätigen. Wie gesagt es ist leise und im Normalfall hört man es nicht - steht der Master aber etwa neben dem Bett dann kann ich mir durchaus vorstellen, dass das zu viel ist. 

Für mich sind die Cubes dennoch Ihren Preis wert und ich möchte sie auf keinen Fall mehr missen. Das schöne ist ja auch, dass Teufel jedem Probehören zugesteht und man die Boxen bei Nichtgefallen zurück schicken kann. Für mich kein Thema ;)


Mittwoch, 14. Mai 2014

Review: Teufel Raumfeld Connector²

Nach langem Überlegen habe ich mich nun endlich dazu durch gerungen eine ordentliche Streaming Lösung umzusetzen. Mein Ausgangspunkt war der Wunsch endlich auch in der Küche Musik zur Verfügung zu haben. Dort steht aktuell nur ein Radiowecker über den Radio läuft. Das ist natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss aber der Leidensdruck war nie groß genug um wirklich etwas daran zu ändern.

Von Anfang an war klar, dass ich auf meine Musiksammlung zugreifen möchte, die am Server abgelegt ist. Das ganze soll dann natürlich auch einen guten Klang haben, intuitiv und angenehm in der Bedienung sein und, soweit das überhaupt möglich ist, auch zukunftssicher sein.

Ich habe zuerst im Bereich der Kompaktanlagen gesucht und wurde nicht wirklich fündig. Es gibt zwar Unmengen die grundsätzlich die Anforderungen erfüllen aber sobald man etwas ordentliches haben möchte wo auch FLAC, Gapless Play usw geht, ist man schnell ein paar hundert Euro los und hat dann fast immer irgendwelche Apple Docking Stations mit gekauft. Brauche ich nicht, will ich nicht.

Nun gut also habe ich dann bei +Lautsprecher Teufel vorbei geschaut. Ich habe bereits meine Wohnzimmer Boxen von denen und bin damit absolut zufrieden! Teufel hat sich des Themas Streaming sinnvoll angenommen und das Raumfeld Multiroom Streaming System an den Start gebracht.

Die Grundidee ist, dass man in den Räumen einfach Boxen aufstellt, die den Verstärker eingebaut haben und sich per WLAN an die Musiksammlung anbinden bzw. Streams aus dem Netz empfangen. Kontrollieren kann man das Ganze dann über Apps für Android und auch iOS oder über einen eigenen, recht teuren, Controller. Nun ja, Telefon und Tablett liegen bei mir sowieso herum ;)

Als ersten Test habe ich nun den Raumfeld Controller² bestellt und in Betrieb genommen. Dieser ist die Verbindung zur vorhandenen Anlage im Wohnzimmer und fungiert auch gleich als Basis für den folgenden Multi-Room Setup. Ich dachte mir, das ist auf jeden Fall ein guter Einstiegspunkt denn das Musik streamen über meine WDTV Live ist ja auch nicht ideal. Dauernd den Fernseher einschalten und mit Fernbedienung durch die Listen navigieren nervt. Teufel bietet auch ein Rückgaberecht um das Equipment einfach mal zu testen und so ist der Schritt dann doch nicht so schwer. Klar, ganz billig ist das Raumfeld System nicht aber wenn es etwas ordentliches sein soll bin ich gerne bereit auch etwas dafür zu zahlen.

Raumfeld Connector² 

Der Connector (Amazon) ist ein wunderbar schlichtes Kästchen mit einem großen Button und den nötigen Anschlüssen auf der Rückseite. Es wird alles mitgeliefert was man für das Setup benötigt - vom Chinch- bis zum Netzwerkkabel. Das Netzwerkkabel braucht man nicht wirklich weil die Box natürlich per WLAN angebunden werden kann aber es geht nun mal nichts über Kupfer und ich habe ohnehin einen Switch bei der Anlage stehen.

Ich habe überlegt über den optischen Ausgang auf die Anlage zu gehen aber Teufel hat ja ordentlich D/A Wandler verbaut und die dürfen ruhig zum Zug kommen.

Setup

Die gesamte Einrichtung geht sehr flott von der Hand und sollte niemandem Probleme bereiten. Nachdem die Box verkabelt ist, installiert man die Raumfeld App, in meinem Fall aus dem Play Store, und folgt den Anweisungen. Für das initiale Pairing gibt es auf der Box hinten einen Taster und danach wird sie in der App sofort gefunden. Man gibt noch das WLAN Passwort an und schon kann man beginnen seine Musikquellen einzurichten.

Ich nutze Mediatomb als DLNA Streaming Service auf meinem Home Server aber man könnte auch einfach die Netzwerkfreigabe einhängen. Der erste Abgleich dauert, je nach Sammlungsgröße, ein wenig aber das war ja zu erwarten. Nach dem Scan kann man schon loslegen und in der wirklich gut gelungenen App Musik auswählen.


Die Musik wird dabei direkt über das Netzwerk geholt und nicht über das Tablet/Handy geschleust - die App fungiert nur als Controller. Es gibt natürlich auch Playlisten und Shuffle Modi die auch die Voreinstellungen für die meistgehörten Interpreten bieten.
Man kann natürlich auch direkt vom Tablet oder Handy streamen so man das den möchte. Auf meinen Geräten liegt keine Musik die nicht auch am Server wäre und damit ist das für mich irrelevant. Trotzdem ist es gut das zu können - so können auch Gäste zur Musikauswahl beitragen ;)

Über dem Lautstärkeregler in der App findet sich die Auswahl der Wiedergabegeräte und darüber steuert man dann auch an wo man was hören will oder ob auf allen Ausgabegeräten das selbe gespielt werden soll. Dazu kann ich aktuell leider noch nichts sagen den der Connector ist, wie gesagt, mein erstes Gerät.

Das reichhaltige Angebot an Internetradios ist über TuneIn, die App kennt man ja, angebunden und ist ebenso nur einen Touch entfernt. Meine üblichen Streams starten am Connector deutlich flotter als auf der WDTV.

Klang & Bedienung

Das Wichtigste ist natürlich der Klang und hier muss ich sagen, dass die Wiedergabe der selben Datei, nach meinem Gefühl, deutlich besser klingt als zuvor über den WDTV. Das ist sicher subjektiv aber es klingt etwas sauberer. Hat man keine ordentlichen MP3s oder FLACs so ist das natürlich irrelevant aber dann würde ich auch davon abraten ernsthaft Geld für eine Stereoanlage oder Streaminglösung auszugeben.

Die Bedienung über die App funktioniert wirklich sehr angenehm und intuitiv. Ich hatte etwas Angst wie Raumfeld mit mehreren Controllern umgehen wird - also mehrere User am Tablet und auch am Telefon. Ich war sehr positiv überrascht denn es gibt überhaupt keine Problem. Dadurch, dass alles über die Box gehandelt wird und die App nur das User Interface dazu ist, ist es auch egal mit welchem Gerät man gerade verbindet. Man erhält sofort die volle Sammlung und aktuelle Wiedergabe angezeigt. Einziger Unterschied wären die lokalen Quellen am Tablet oder Telefon welche bei mir aber weg fallen. Das ist wirklich schön gelöst.

Die App verbindet sich bisher absolut zuverlässig und schnell. In einigen Reviews liest man gerade hier von Schwächen die ich aber, zumindest bis jetzt, nicht bestätigen kann. Kann natürlich sein, dass die durch meine Anbindung per Netzwerkkabel verschwinden und ich vergebe auch eine statische IP über den Router womit die Anbindung jederzeit sauber funktioniert. Über WLAN, gerade bei schlechter Verbindung, kann ich mir da, zumindest theoretisch, diverse Probleme vorstellen.

Fazit

Dieser erste Test, in zugegeben kleinem Umfang, hat mich bisher völlig überzeugt. Genau so muss Streaming funktionieren! Man kann sicher auch billiger eine Streaminglösung bekommen aber das Raumfeld System funktioniert intuitiv und sowohl Verarbeitung als auch der Klang sind Spitze.

Ich werde die nächsten Tage noch etwas weiter damit herumspielen und Musik genießen aber ich bin jetzt schon sehr sicher, dass ich zeitnahe die Raumfeld One Box für die Küche bestellen werde. Ich kann in der Küche leider, aus Platzgründen, nicht 2 Boxen ordentlich anbringen und so ist diese eine Box eine gute Alternative. Was mir auch sehr gefällt sind die Buttons über die man vordefinierte Quellen direkt aufrufen kann. 


Nachtrag 1:
Ha jetzt sind es doch die Cubes geworden. Der Raumfeld One ist gerade nicht lieferbar und wirklicher Stereo Klang ist ja doch was feines. Irgendwie bekomme ich die Cubes schon im Zimmer montiert :)

Nachtrag 2:
Hier mein Review zu den Raumfeld Cubes

Freitag, 14. März 2014

Post scannt Ausweise

Ich bin ja ein großer Freund des online Bestellens. Anbieter wie Amazon liefern mir ganz einfach genau das was ich will völlig unkompliziert und sicher nach Hause. Ich gehe schon auch lokal einkaufen aber bei vielen Dingen ist das einfach nur anstrengend. Gerade wenn man etwas spezielleres haben möchte hört man meist "können wir ihnen bestellen" ... tja das kann ich selber auch, dafür brauche ich nicht euren Aufschlag mit zu bezahlen!

Mein Hauptladen ist dabei ganz klar Amazon und die verschicken alles über die +Österreichische Post AG.
Bisher war mir das immer absolut recht denn sie sind schnell, zuverlässig und wenn man nicht zuhause ist, was meist der Fall ist, so ist mein Postamt recht nahe. Also heim kommen, Zettel aus dem Briefkasten holen und schnell das Paket abholen.

Bisher war es so, dass am Postamt dann immer wieder mal der Ausweis herzuzeigen ist damit die das Paket nicht irgend jemandem geben. Empfinde ich als übertrieben da ich ja den Zettel habe aber ich verstehe, dass sie es irgendwie bestätigen müssen.

Seit neuestem ist es aber so, dass die dort meinen Führerschein einscannen wollen! Die wollen tatsächlich eine Kopie meines Ausweises nur weil ich ein Paket abhole! Wenn es ein RSA Brief ist, dann kann ich das ja noch irgendwie verstehen aber bei einem Paket sicher nicht.

Diese Daten sind natürlich für die Post interessant denn die liefern nicht nur Post aus, sondern verkaufen auch Information an Werber. Siehe dazu den Artikel der Arge Daten. Der Artikel bestätigt meine Vermutung, dass die ihr Profil zu den einzelnen Empfängern aufwerten wollen und das geht natürlich toll wenn man amtliche Ausweisdaten hat! Damit verkauft man dann wirklich verifizierte Identitäten und bekommt gleich noch eine Daten wie welchen Führerschein Typ man hat, ein Bild, Geburtsdatum usw.

Diese Informationen sind jetzt zwar sicher nicht geheim aber ich sehe absolut nicht ein warum ich diese der Post zugänglich machen sollte! Ich bin jetzt zwar sicher kein fanatischer Datenschützer oder sehr knauserig mit meinen Daten aber beim Ausweis beginnen bei mir sämtliche Alarmglocken zu schrillen.

Ich habe natürlich gleich mal bei der Post angefragt was das soll und ich möchte die Antwort hier vollständig beilegen damit sich jeder selbst ein Bild machen kann.

Wie Sie selbst sicher schon einmal gesehen haben, haben unsere MitarbeiterInnen bei der Abholung von eingeschriebenen Briefen, EMS-Sendungen und Paketen bis jetzt Ihre Ausweisdaten händisch notiert. Um Wartezeiten zu verkürzen und schneller agieren zu können, haben wir versucht dies zu vereinfachen und uns zur Scannung der Ausweise entschieden.Dabei erfassen wir dieselben Daten, die wir bis jetzt händisch notiert haben: Name, Ausweisart, Ausweis-Nummer, Ausstellungsbehörde und Geburtsdatum (falls vorhanden). Überprüfen können Sie das auf dem Display des Unterschriftenpads – neben dem Unterschriftenfeld sehen Sie, welche Daten wir vorgemerkt haben. 
Versichern möchten wir, dass diese Daten ausschließlich gespeichert werden, um die rechtmäßige Übergabe einer Sendung zu dokumentieren. Deshalb speichern wir die Daten auch nur, im Rahmen unserer Haftungs- und Nachforschungsfristen eine Reklamation nach einer vermissten Sendung einzureichen – für die Dauer von bis zu sechs Monaten. 
Nach endgültigem Abschluss des Zustellvorganges (längstens sechs Monaten) löschen wir also Ihre Daten, die für die Dauer der Nachforschungsfrist auf speziell gesicherten Servern im Rechenzentrum des Unternehmens gespeichert werden. Die Österreichische Post AG handelt selbstverständlich im Einklang mit den betreffenden Bestimmungen des Datenschutzgesetzes. 
Außerdem bestätigen wir hiermit gerne, dass wir Ihre Daten auf keinen Fall für etwas anderes als zur Dokumentation der Übergabe verwenden und sie NICHT an Dritte weitergeben. 
Nun ja - die übliche Handhabe bisher war, dass man kurz den Ausweis geprüft hat aber nur sehr selten irgend etwas abgeschrieben wurde. Diese Informationen sind ja auch unerheblich für die Zustellung des Pakets!

Grundsätzlich ist die Argumentation auch für mich nachvollziehbar denn wenn man wirklich alles händisch aufschreiben würde, dann wäre das echt einiges an Arbeit. Ich hätte aber auch da bereits ein Problem weil sie das nichts angeht. Der Scan ist aber nochmal eine ganz andere Liga und das alles wird elektronisch gespeichert.

In einer Zeit nach Snowden wissen wir alle, dass diese Daten nicht sicher sind. Nun ja eigentlich wusste man es schon vorher aber nun ist es bestätigt. Der Punkt hier ist, dass Ausweisdaten jedes Postkunden - also mal so grob 80% der Bevölkerung - auf den Servern der Post liegen. Also in meinen Augen ist das ein primäres Angriffsziel und ich traue der Post nicht zu sich ausreichend gegen groß angelegte Einbrüche in ihr System wehren zu können. Die Liste der Firmen die Unmengen an Daten verloren haben ist unheimlich lange und da sind technisch deutlich versiertere dabei als die Post. Kurz gesagt ich traue ihnen nicht zu solche Daten ausreichend schützen zu können.

Mein Hauptansatzpunkt ist aber, dass diese Daten nicht benötigt werden. Wenn ich mir das Zeug in die Firma schicken lasse oder arbeitslos bin , dann bekommen sie gar nichts davon. Ich sehe hier also deutlich eine Ausrichtung der Datensammlung auf die erwerbstätige Bevölkerung. Die Option mit in die Firma schicken lassen hat ja auch nicht jeder! Diese Informationen sind natürlich für den Adressenhandel unheimlich interessant auch wenn sie sagen die Daten gehen nicht an Dritte weiter. Diese Formulierung ist so schwammig, dass man damit trotzdem noch so ziemlich alles tun kann ohne zu lügen - ist nur eine Frage der Interpretation.

Für mich bedeutet das erst mal, dass ich Pakete in die Firma schicken lasse und überall wo es nur geht andere Versanddienstleister nutze. Die Zeiten wo die Post die einzige Option war, sind ja zum Glück vorbei.

Ich persönlich werde dennoch alles versuchen sie zu überzeugen das bleiben zu lassen. Umso mehr Leute sich beschweren umso besser also schreibt ihnen mal ein nettes Mail wenn ihr so denkt wie ich: Kontaktformular Da gibt es sogar einen Punkt Datenschutz ;)

In Deutschland wurden die Ausweiskopien ja bereits verboten (z.B. hier nachlesen).



Freitag, 28. Februar 2014

Festplattenabgabe

Irgendwie tut es Not, dass ich mal meinen Senf zur Diskussion über die Festplattenabgabe hier in Österreich abgebe.

Hintergrund:

Im österreichischen Urheberrechtsgesetz gibt es ein Recht auf Privatkopie und um das auszugleichen wurde 1980 die Leerkassettenvergütung eingeführt. Die Idee dabei war, dass man legal, etwa vom Radio, auf Kassetten aufnehmen konnte und so seine Musik hatte ohne das Album zu kaufen. 

Gratis ist natürlich immer super aber diese Argumentation macht durchaus Sinn. Die Urheber sollen für ihre Arbeit entlohnt werden. Lassen wir hier mal außen vor was eventuell in den Verwertungsgesellschaften schief läuft. Ich habe da deutlich zu wenig Einblick und bin auch kein Musiker somit gehen wir hier einfach mal davon aus, dass die redlich arbeiten und die Künstler ihren Anteil bekommen.

Die Kassetten die man damals gekauft hat, konnte man eigentlich nur für Musik verwenden - ja klar theoretisch auch für Daten aber das fällt nicht ins Gewicht. Die Vergütung wird also auf jede verkaufte Kassette aufgeschlagen - soweit so gut. 
Mit dem technischen Fortschritt wurde das dann auf CD-Rohlinge ausgeweitet. Hier gibt es zwar bereits eine gewisse Diskrepanz denn CDs werden sehr wohl zu einem erheblichen Teil auch für Daten genutzt. Dennoch möchte ich hier unterstellen, dass damals, als CDs noch state-of-the-art waren, wohl doch ein Großteil für Musik verbraucht wurden. Heute ist das wohl immer noch so denn für Daten ist ein USB-Stick doch viel handlicher.

Die meisten Audio CDs waren bis vor einiger Zeit jedoch mit einem Kopierschutz ausgestattet. Der Kopierschutz beraubt mich, als österreichischer Staatsbürger, meines Rechts auf Privatkopie. Einen Kopierschutz zu brechen ist illegal und daher konnte das Recht nicht mehr ausgeübt werden. Das hat die Verwerter natürlich nicht davon abgehalten weiter die Vergütung zu verlangen. Das finde ich rechtlich schon mal sehr schwierig aber die Zeiten sind ohnehin vorbei.
Die meisten CDs kommen heute ohne Kopierschutz aber das liegt nicht am österreichischen Recht sondern daran, dass die Musikkonzerne eingesehen haben, dass man Leute die eine CD gekauft haben nicht verarschen sollte. CDs mit Kopierschutz haben diverse Probleme gemacht und konnten in CD-Playern oder Autoradios teilweise nicht abgespielt werden. Es ist einfach eine schlechte Idee die Leute die Musik kaufen dann auch noch zu bestrafen wenn es ganz einfach geht die Musik auch gratis im Netz zu finden.

Situation heute:

Die Musikindustrie hat mittlerweile kapiert, dass man die Nutzer nicht für dumm verkaufen sollte. Sie hat eingesehen, dass es viel mehr Sinn macht es den Menschen einfach zu machen Musik zu kaufen und sie, so wie sie wollen, abzuspielen. Es gibt heute zig Portale wo man extrem einfach seine Musik als MP3 kaufen kann und, siehe da, genau das wird gemacht. Die meisten Leute haben überhaupt kein Problem damit Geld für Ihre Musik zu bezahlen - es muss nur einfach sein. Warum sollte man lange nach einem illegalen Download suchen wenn man für ein paar Euro das gesamte Album in Top Qualität kaufen kann? Klar es wird immer jemanden geben der den illegalen Weg geht aber der Großteil wird kaufen.

Die Musikindustrie hat das verstanden, die Filmindustrie noch nicht aber das wird sich schon regeln wenn sie genug geblutet haben. Diese Geschäftsmodelle aus der Zeit vor dem Internet sind einfach tod und sie werden nie wieder funktionieren. Da kommt sicher noch einiges auf uns zu aber die Musikindustrie hat es vorgemacht, zuerst wird irgendwie versucht am Modell fest zu halten aber irgendwann kapieren sie es. Siehe Netflix in den US - es geht und die Leute zahlen gerne dafür.

Ok ich habe also Musik gekauft - naja die will ich natürlich auch abspielen. 
Option 1: Streaming direkt aus dem Netz
Option 2: Herunterladen auf das Gerät auf dem ich abspiele
Option 3: Herunterladen und auf alle Geräte verteilen
Option 4: Herunterladen und lokal streamen

Bei der Option 3 kann man argumentieren, dass hier eine Vervielfältigung erfolgt und das de-facto eine Privatkopie ist. Alle anderen Varianten sind keine Privatkopie denn dabei mache ich keine Kopie sondern habe nur einen Stand und für den habe ich verdammt nochmal bezahlt. 
Der Punkt ist hier nur, dass das nicht mal die Musikkonzerne so sehen denn sonst dürfte iTunes, Google Play usw die Musik nur auf ein Gerät legen und das ist einfach nicht der Fall. Die Musikindustrie hat also verstanden, dass der User Musik kauft um sie zu nutzen und zwar so wie er das eben tut. Unterwegs übers Telefon/MP3 Player und zuhause am Rechner oder wie auch immer. Ein Nutzer hört seine Musik und das eben auf mehreren Geräten weil das heute nun mal so ist. Würde man wieder beginnen das einzuschränken boomen sofort wieder die Tauschbörsen denn der Nutzer wird immer den einfachsten Weg gehen. 

Nur damit ich es mal erwähnt habe - genau das selbe gilt natürlich auch für eBooks. Ich verwende einen Kindle und jedes einzelne Buch darauf ist gekauft. Am Rechner ist ebenso die Kindle App installiert und damit liegt das Buch auch im Cache der App. Ich habe darauf aber keinen Zugriff und kann sie nicht vervielfältigen ohne den Kopierschutz zu brechen. Und nur mal um das Verhältnis darzustellen ...  ich habe so um die 30 Bücher am Kindle und die brauchen gemeinsam weniger Speicherplatz als ein einziges meiner 36MP RAWs der D800.

Festplattenabgabe:

http://en.wikipedia.org/wiki/File:Hard_disk_head_crash.jpg
Wie ich schon angemerkt habe, ist nur eine Variante wie man die Musik hört, theoretisch eine Privatkopie, die anderen nicht. Nun kommen die Verwerter auf die Idee, dass auch auf Festplatten die Leerkassettenvergütung eingehoben werden soll. Das ist aus dem Grund verständlich, dass ihnen die Einnahmen aus den klassischen Medien weg fallen weil diese heute fast niemand mehr nutzt. Soweit so verständlich aber schauen wir doch mal was auf einer Festplatte rumliegt. Einfach mal meine Infrastruktur als Beispiel...

Ich habe folgende Geräte und Platten:
Server: 2 Disks (System und Daten)
PC: 2 Disks (System und Daten)
Laptop: 1 Disk
Mehrere CF und SD cards für die DSLR
Telefon und Tablett
3 Backup Disks

Wir haben hier also 8 Festplatten, mehrere Speichermedien sowie nochmal Speicher im Tel und Tablett. Wenn es nach den Verwertern geht soll ich jetzt für alle diese Speicher die Vergütung abdrücken aber was ist wirklich drauf? 
2 Festplatten sind pure Systemplatten - da sind nie Medien drauf
1 Datenplatte im Server speichert in der Tat Medien aber das sind die gekauften Erstmedien und können daher nicht gerechnet werden
1 Platte im PC enthält Dokumente (generell diverse Daten) und Unmengen von RAW Files sowie ausgearbeitete JPEGs aus der Kamera. Ich bin der Urheber und verbrauche damit für meine eigenen "Werke" den meisten Platz. Auch diese Disk fällt aus der Rechnung raus.
Der Laptop ist nur für mobiles Arbeiten - dort ist nicht eine Mediendatei gespeichert.
Die Speicherkarten der Kamera werden niemals urheberrechtlich relevante Daten außer meinen eigenen sehen und können daher nicht abgabepflichtig sein.
Telefon und Tablett enthalten primär Apps sowie die zugehörigen Daten. Ich streame einen Großteil und der Google Play cached dabei die Daten am Gerät. Ich kann die Daten nicht direkt zugreifen weil sie in einem geschützten Bereich liegen. Sie sind damit operative Daten aus dem Caching und keine Privatkopie was auch in irgend einem Urteil fest gemacht wurde (ich suche das jetzt nicht raus aber da gab es etwas).
Damit bleibt eine Backup Disk des Servers die in der Tat einen Backup meiner Musik enthält. Das sind aber nur ungefähr 10% der Kapazität. Die zweite und dritte Backup Disk enthält wieder meine Fotos die doppelt gesichert sind sowie meine restlichen Daten (einmal gesichert).

Die Verwerter kommen jetzt und meinen ich soll für jedes Speichermedium die Leerkassettenvergütung abdrücken? Da kann ich nur sagen "ihr lauft ja nicht ganz rund". Es ist einfach nicht argumentierbar warum ich für diese Disks Geld abdrücken soll nur weil ich theoretisch "Material der Verwerter" darauf speichern könnte. WTF in welcher Zeit leben wir? Heute ist ganz einfach alles nur ein Haufen Bits die auf einem Datenträger gespeichert sind!

Der Wert des geistigen Eigentums

Ich möchte hier ganz klar sagen, dass ich dafür bin, geistiges Eigentum zu schützen. Ich sage nicht, dass alles geschützt sein muss denn ich verwende für meine Dinge aus Prinzip Creative Commons Lizenzen aber wenn jemand etwas geschaffen hat, dann soll ihm das auch etwas einbringen können sofern er das will. Ich will hier auch gar nicht tiefer auf die Thematik des Urheberrechts eingehen denn da ist einiges zumindest sehr seltsam aber das ist ein anderes Thema. 

Was mir jedoch zentral wichtig ist, ist der Punkt, dass man sehr wohl etwas für seine Leitung verlangen kann aber nicht dann wenn ich diese Leistung nicht nutze. Ich habe einiges von österreichischen Artists auf der Platte und fördere diese Künstler extrem gerne indem ich Ihre Alben kaufe, wenn ich einen Künstler aber nicht kaufe/nutze/höre dann bekommt er von mir auch kein Geld.

Der österreichische Staat hat eine ganze Reihe von Kunstprojekten und die Kunst wird in Österreich klar gefördert. Ich finde das gut und zahle dafür gerne meine Steuern.

Was ich nicht einsehe, ist, dass ich nochmal Geld abdrücken soll für etwas was ich bereits gekauft habe. Wie komme ich dazu den Verwertern Geld zu geben weil theoretisch irgendwelche Musik auf meinen Medien gespeichert sein könnte? 

Ich verstehe, dass manche Künstler jammern wenn weniger Geld über den alten Weg rein kommt - wer jammert nicht wenn er weniger bekommt? Rechtfertigt das aber diese Form wo man, ohne jeglichen argumentierbaren Anspruch, einfach verlangt, dass dafür zu bezahlen ist? Aus meiner Sicht ist das Wegelagerei und sonst nichts. Das alte Geschäftsmodell bricht ein und die die davon leben versuchen natürlich es am Laufen zu halten. Korrekt ist es deshalb aber genau sowenig wie jemanden auf der Straße zu überfallen weil man gerade kein Geld hat.

Es gibt bei uns nun mal kein bedingungsloses Grundeinkommen - das gilt für Künstler genauso wie für den Rest der Bevölkerung. Wenn man Geld will, muss man etwas schaffen wofür auch jemand bezahlt will und wenn niemand dafür zahlen will ... naja dann hat man ganz einfach Pech gehabt. Ich kann auch nicht zu meinem Chef gehen und ihm erklären, dass ich ganz tolle Software gebaut habe die zwar überhaupt keinen Nutzen für die Firma hat aber ich will trotzdem Geld. Hmm ich kann es versuchen aber ich werde scheitern und das absolut zurecht. Macht ein Artist Musik die sich leider nur an 100 Leute verkaufen lässt, dann wird er davon nicht leben können. Tja ist eben blöd gelaufen, better luck next time. 

Ich finde Kunst ist ein wichtiger Bestandteil der Kultur und hat einen Wert für die Gesellschaft aber das rechtfertigt nicht von mir Geld zu verlangen weil ich meine eigenen Fotos speichern möchte! 
In was für einen verdrehten Welt leben diese Leute eigentlich um das ernsthaft fordern zu können?


Sonntag, 9. Februar 2014

Home Server vs NAS oder Cloud

Nachdem ich zuletzt über meinen neuen Home Server geschrieben habe, wurde ich öfters gefragt warum ich das überhaupt mache. Das lässt sich eigentlich recht einfach erklären aber ich möchte meine Motivation dafür etwas ausführlicher beschreiben.

Nachdem ich zuhause mehrere Geräte (Laptops, Tablets, Telefone, PC,..) betreibe die auf die Daten zugreifen sollen, führt kein Weg an einem Storage vorbei der immer aktiv ist. Mein PC ist ausgeschalten, sofern ich ihn nicht brauche, denn der ist auf high Performance und nicht auf Stromsparen ausgelegt und somit fällt der als Datenquelle flach. Ich brauche also ein anderes Gerät der meine Bedürfnisse erfüllt.

Ich streame Musik und Filme, habe Backup Scripts laufen die teilweise auch entfernte Server umfassen, betreibe einen kleinen Subversion Server, habe einen Cache für Systemupdates und natürlich auch klassischen File Storage am Laufen. Dazu kommt dann noch die Datenbank für meinen Lieblingsmusikplayer Amarok der auf Basis meiner Hörgewohnheiten dynamisch Playlists generiert. Das funktioniert natürlich nur sauber wenn alle Instanzen auf die selbe Datenbank zugreifen denn ich möchte diese Statistics nicht in den MP3s selbst haben weil sie dort, meiner Meinung nach, nichts verloren haben.

Es geht also ganz klar um eine ganze Reihe von Diensten. Das meiste davon könnte man grundsätzlich auch auf Cloud Services auslagern oder auf einem NAS betreiben. Warum also selber einen Server betreiben?


Cloud Service

Gegen ein Cloud Service sprechen für mich 2 Dinge:

  • Netzanbindung
  • Security

Die Netzanbindung ist, glaube ich, ein klarer Punkt. Ich habe zwar eine 100MBit Internetverbindung aber ich speichere eine Menge Daten und da ist es schon ein Unterschied ob man über 1GBit Kupferleitungen geht oder übers Netz. Ich will auch nicht meine gesamte Musik aus dem Netz streamen obwohl das fast trivial wäre (Amazon Player, Google Play,...). Meine Musiksammlung inklusive der meiner Freundin sind immerhin etwas mehr als 100GB. Einiges davon ist doppelt weil ich noch nicht die Nerven hatte Ihre Sammlung in meine zu übernehmen (durchgängiges Namensschema, Tagging,...) und wir auch, zumindest teilweise, unterschiedliche musikalische Vorlieben haben ;) Wie auch immer - das ist schon einiges an Storage den man in der Cloud braucht und dann muss ich jedes Mal übers Internet und gebe noch meine genauen Hörgewohnheiten an den Service weiter. Muss ja nicht sein, dass die wissen was ich wann wie oft höre!

Das Thema Security ist diffuser. Ich will  jetzt nicht behaupten, dass mein Server sicherer wäre als Cloud Services denn den Aufwand muss man erst mal betreiben. Ich versuche natürlich meine Firewall Rules entsprechen knackig zu haben und monitore auch meine Logs aber ein kommerzieller Anbieter hat dafür deutlich mehr Ressourcen.
Ich spreche hier eher an, dass ich nicht alle meine Daten bei diversen Diensten haben möchte. Ich bin zwar sicher nicht extrem was das angeht denn ich nutze Unmengen Google Dienste einfach weil es komfortabel ist. Trotzdem möchte ich nicht alles auf deren, oder wessen auch immer, Server packen. Was für Daten ich habe und wie ich auf diese zugreife geht keinen etwas an. 

Ich lege grundsätzlich keine Daten nach außen wenn ich diese nicht von diversen Orten zugreifbar brauche. Man muss der NSA und den anderen Datensammlern ja nicht alles so einfach übergeben. Ich betreibe diesbezüglich keinen extremen Aufwand und lege das was ich brauche natürlich in die Cloud aber da wo es nicht sein muss, bevorzuge ich lokales Storage. Ich habe auch am Telefon die Musik die ich höre abgelegt und streame nicht obwohl mein Datenpaket das zulassen würde. Ich habe auch überlegt eine OwnCloud Instanz hoch zu ziehen aber mich dagegen entschieden. Wenn ich etwas brauche mache ich den SSH Port oder FTP auf und hole die Daten so.

NAS

Es gibt heute ganz klar großartige NAS Systeme die fix fertig auf so ziemlich jeden Wunsch anpassbar sind. Direkt einfallen tun mir hier etwa die Geräte von Synology oder QNAP. Beide Anbieter haben großartige Geräte im Angebot und es gibt auch noch eine Menge anderer Firmen die auf diesem Gebiet gute Lösungen anbieten. 

Für so ein System spricht die Einfachheit. Der Wartungsaufwand bzw. die Einrichtung ist über Webinterface fast trivial und wer tiefer graben möchte kann das auch tun denn im Prinzip sind das alles spezialisierte Linux Builds. 

Genau hier fängt aber mein Problem an. Zum Einen bastle ich gerne an meinen Configs und habe kein Problem mich da auch einzulesen. Zum Anderen ist ein spezialisiertes Linux eben spezialisiert und wenn man etwas anderes möchte geht das zwar meist aber es ist aufwändig. Ich habe mir ein paar NAS Boxen angesehen, war aber bald an dem Punkt wo ich an einen Eigenbau gedacht habe. So eine Box ist auf den Markt zugeschnitten und auch wenn das meiste super durchdacht ist, gibt es Punkte wo ich mir denke das will ich anders.

Ich habe mir dann auch mal FreeNAS angesehen aber, seien wir mal ehrlich, wenn man schon selber baut warum dann nicht gleich ein Standard Linux drauf packen und machen was auch immer einem in den Sinn kommt?

Ich brauche meinem Server zum Beispiel kein Mirror RAID und Stripe schon gar nicht weil der limitierende Faktor sowieso das Netzwerk ist. Klar ist es super wenn einem die Disk eingeht einfach eine auszutauschen und das wars aber sind die Daten darauf relevant genug für die zusätzlichen  Ressourcen (=Geld). Für mich ging diese Rechnung nicht auf denn ich habe ohnehin sehr umfangreiche offline Backups und monitore auch die Platten. Das ist nicht 100% sicher aber das ist RAID auch nicht - es ist viel besser als nur eine Platte aber 100% ist das auch nicht. 

Ich will selber in der Hand haben was auf dem Ding läuft und dafür bin ich auch gewillt den Aufwand zu betreiben. Ich bekomme damit dann aber eben ein System das alles kann ohne mich in eine spezielle Umgebung einzulesen. Arch Linux ist meine Distribution der Wahl und dafür bekomme ich einfach alles. Warum sollte ich mich also für etwas anderes entscheiden?

Fazit

Cloud ist großartig für die Daten die man von überall zugreifen möchte aber eben nicht für alles.
Fertige NAS Boxen sind großartig wenn man keinen eigenen Aufwand betreiben möchte oder nicht über das KnowHow oder die Zeit verfügt einen eigenen Linux Server zu betreiben. 
Beide Varianten sind absolut legitim und super aber für mich sind sie aus den beschriebenen Gründen keine wirkliche Option.